17.05.2017

Amazonas: Wälder und Artenvielfalt gemeinsam schützen

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt: In Peru verwalten indigene Gruppen gemeinsam mit dem Staat kommunale Naturschutzgebiete und bewahren so die Artenvielfalt.

Der Amazonasregenwald ist einzigartig. Auf einer Fläche, die größer ist als die gesamte Europäische Union, beherbergt er allein 40.000 verschiedene Pflanzenarten. Dieses riesige Gebiet ist auch einer der wichtigsten Sauerstofflieferanten und Kohlenstoffspeicher der Erde. Doch es ist akut bedroht: Bäume werden illegal gefällt, mehr und mehr Ackerflächen angelegt und der Klimawandel gefährdet Flora und Fauna.

Ein großer Teil des Amazonas-Urwalds liegt auf dem Staatsgebiet von Peru. Dort verursacht das Abholzen der Bäume fast die Hälfte des nationalen Treibhausgas-Ausstoßes.

Eine neue Form des Regenwaldschutzes zeigt nun Erfolge: das kommunale Schutzgebiet. Es zeichnet sich durch die starke Beteiligung der einheimischen Bevölkerung aus. Sie verwaltet die Gebiete gemeinsam mit der staatlichen Schutzgebietsbehörde. Das erhöht auf beiden Seiten die Akzeptanz und die Bereitschaft, die Gebiete zu schützen. Bei diesem innovativen Ko-Management unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beide Seiten in ihren Managementkapazitäten. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) beauftragt.

Die GIZ berät die indigenen Dorfgemeinschaften auch dabei, nachhaltige Bewirtschaftungspläne zu erstellen. Diese Pläne sind die Voraussetzung dafür, dass Produkte wie Kautschuk oder das Naturheilmittel Copaiba in den Wäldern gesammelt und dann verkauft werden dürfen. Für rund 65.000 Hektar Wald wurden sie bereits erarbeitet. Mehr als 400 Familien haben auf diese Weise ihr Einkommen um bis zu 200 US-Dollar erhöhen können.

Das Management der kommunalen Schutzgebiete in Peru bildet eine von vielen Aktivitäten zum Schutz der Biodiversität. Zwischen 2010 und 2015 wurden allein in Lateinamerika und der Karibik mit Unterstützung der GIZ und ihrer Partner mehr als 163 Millionen Hektar Waldfläche geschützt. Das entspricht der viereinhalbfachen Fläche Deutschlands.