24.05.2017

Beratungsangebot für berufliche Chancen in Tunesien

Seit März 2017 berät das Deutsch-Tunesische Zentrum für Jobs, Migration und Reintegration in Tunis zu Job- und Qualifizierungsangeboten.

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Eine schlechte Wirtschaftslage, hohe Arbeitslosigkeit und unzureichende Berufsausbildung – junge Menschen aus dem Maghreb zieht es auf ihrer Suche nach einer besseren Zukunft auch nach Westeuropa. Oft wissen sie gar nicht, welche Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sie in ihrem Heimatland haben. Hier setzt das im März eröffnete Deutsch-Tunesische Zentrum für Jobs, Migration und Reintegration an, eine Kooperation zwischen der tunesischen Arbeitsagentur ANETI, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Oula Tarsim, Leiterin des Zentrums, erklärt, welche Arbeit in Tunis geleistet wird.

Frau Tarsim, an wen richtet sich das Zentrum genau?

Unser Angebot steht allen Tunesierinnen und Tunesiern offen. Dazu gehören natürlich auch Personen, die aus dem Ausland – auch aus Deutschland – nach Tunesien zurückgekehrt sind. Zu uns kommen vor allem Menschen, die Arbeit suchen oder sich beruflich qualifizieren möchten. Konkret informieren wir meist in persönlichen Gesprächen über Job- und Qualifizierungsangebote in Tunesien – aber auch über legale Migrationsmöglichkeiten nach Deutschland.

Welche Angebote gibt es konkret?

Wir geben zum Beispiel einen Überblick über offene Ausbildungsstellen in Tunesien, machen Bewerbungstrainings und Infoveranstaltungen an Berufsschulen oder organisieren Jobmessen. Zusammen mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit bietet das Zentrum auch Bewerbungsrunden für Stellen in Deutschland an. Dabei haben sich schon mehr als 80 Tunesier um IT-Jobs oder Stellen im Hotel- und Gaststättengewerbe beworben.

Sie haben vor zwei Monaten die Arbeit aufgenommen. Wird das Beratungsangebot denn nachgefragt?

Ja, das Angebot wird sehr gut angenommen: Seit der Eröffnung Anfang März haben wir schon mehr als 250 Menschen beraten. Damit hat sich das Deutsch-Tunesische Zentrum schon jetzt als wichtige Anlaufstelle hier in Tunis etabliert. Denn wir zeigen Menschen neue berufliche Möglichkeiten auf, von denen sie oft vorher schlichtweg nichts wussten. Bis Ende des Jahres wollen wir insgesamt 2.000 Leute erreichen.