13.07.2017

Besseres Lernen für Schulkinder in Jordanien

Bis Ende 2019 profitieren rund 24.000 Schüler von modernisierten Schulen. Darunter sind auch viele Kinder, die aus Syrien und dem Irak geflohen sind.

Ein Stück Alltag in unsicheren Zeiten: Das will Jordanien den vielen Kindern bieten, deren Familien in dem Land Schutz gesucht haben. 2016 lebten dort laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen rund 736.000 Flüchtlinge, vor allem aus den Nachbarstaaten Syrien und Irak. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Mit den geflohenen Kindern hat sich die Schülerzahl an jordanischen Schulen verdoppelt – eine Herausforderung für die Lehrer, aber auch die Infrastruktur. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt die Schulen und verbessert so das Lernumfeld der Kinder.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führt das Bundesunternehmen umfassende Baumaßnahmen an insgesamt 20 Schulen durch. Im Fokus stehen die sanitären Einrichtungen und Abwassersysteme sowie die Außenanlagen der Schulen. So wird für die Kinder ein besseres Lernumfeld geschaffen, das auch auf die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen eingeht. Die Modernisierungen werden gemeinsam mit jordanischen Architekten geplant und lokalen Bauunternehmen umgesetzt. An vier Schulen laufen die Arbeiten bereits, rund 4.800 Schüler profitieren. Insgesamt werden Ende 2019 rund 24.000 syrische und jordanische Kinder die modernisierten Schulen nutzen können. Damit die Schulen dauerhaft in gutem Zustand bleiben, schult die GIZ außerdem Hausmeister und stattet sie mit Werkzeug aus. Für größere Arbeiten können sie sich an eine von 16 neuen mobilen Werkstätten wenden.

Das Projekt verbessert auch das gesamte Lernumfeld der Kinder: Als Ausgleich zum Unterricht probieren die jungen Flüchtlinge gemeinsam mit den jordanischen Kindern in „Schulclubs“ beispielsweise Sportarten aus, sind kreativ oder beschäftigen sich mit Umweltthemen. Zudem unterstützt die GIZ die Inklusion – etwa bei der Begleitung behinderter Kinder zur Schule oder durch die Ausbildung von Helfern. Aktuell haben bereits 100 syrische und jordanische Kinder mit Behinderungen von diesen inklusiven Betreuungsangeboten profitiert und damit die Chance erhalten, eine öffentliche Schule zu besuchen.

Durch den Beitrag der GIZ haben zwischen 2010 und 2015 mehr als 162.000 Flüchtlinge und Binnenvertriebene Zugang zu schulischer Bildung erhalten. Von einem besseren Zugang zu Sanitäreinrichtungen haben weltweit 16 Millionen Menschen durch Unterstützung der GIZ profitiert.