Mangrovenwald und Meer Mangrovenwald und Meer

Umwelt und Klima

Klimawandel: Mangroven für den Küstenschutz

Mangrovenwälder schützen die Küsten und Reisfelder des Mekong-Deltas vor Stürmen und Überflutungen.

Wetterextreme, Stürme, steigende Meeresspiegel – der Klimawandel bedroht die Existenzgrundlagen von Millionen Menschen. In Vietnam versucht die Bevölkerung im Mekong-Delta, ihr Land mit Mangrovenbäumen besser vor dem steigenden Meeresspiegel und Extremwetterereignissen zu schützen.

Vietnam ist eines der Länder der Welt, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Gefährdet sind vor allem die Küstenregionen, weil der Meeresspiegel stetig ansteigt. Das Mekong-Delta an der Südwestküste ist die drittgrößte Wirtschaftsregion und das wichtigste Reisanbaugebiet des Landes. Doch wenn Fluten oder Stürme Meerwasser auf die Felder spülen, sind diese auf Jahre hin unbrauchbar. Damit einhergehende Ernteverluste bedrohen die Existenz der rund 17 Millionen Menschen, die in der Mekong-Region leben.

Um das Meer auf Abstand zu halten und sowohl Küsten als auch Felder zu schützen, werden wieder Mangrovenwälder angepflanzt. Die Wurzeln der Mangroven graben sich tief in den Schlamm und halten den Boden fest. Dieser natürliche Küstenschutz war in Vietnam fast vollständig verschwunden – die Bäume wurden als Brennholz genutzt oder verkauft. Schon in den 1990er Jahren begannen die vietnamesischen Behörden damit, die schützenden Wälder neu anzulegen.

Fischer auf seinem Boot mit Netz vor Mangroven

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Mitmachen lohnt sich

Um die Mekong-Region an den Klimawandel anzupassen, verfolgt die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter finanzieller Beteiligung des Australischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten (DFAT) seit 2011 in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Vietnams (MARD) einen anderen Ansatz: In fünf Mekong-Provinzen Vietnams werden die Menschen vor Ort direkt in die Anpflanzung und vor allem in die Bewirtschaftung der Mangrovenwälder einbezogen.

Nur wer mit anpflanzt, darf die Wälder betreten und dort fischen oder totes Holz sammeln. Damit wird nicht nur die Eigeninitiative der Anrainer gestärkt: In nur vier Jahren ist die Artenvielfalt in den Mangrovenwäldern um fast drei Viertel gestiegen – und damit das Einkommen der Waldbewirtschafter, denn mehr Fische, Krabben und Vögel bedeuten auch, dass mehr Tiere gefangen und verkauft werden können.

Asiatischer Mann, die Hände in den Mangroven-Schlick getaucht

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Vor allem aber ist es gelungen, dem Meer wieder Land abzutrotzen. Bis zu 180 Meter wurde die Küstenlinie in das Meer hinein ausgedehnt, und insgesamt konnten bisher mehr als 600 Hektar Mangrovenwald – das entspricht einer Fläche von mehr als 840 Fußballfeldern – wiederhergestellt werden. Weil der Klimawandel nicht vor Grenzen halt macht, sind die zuständigen Behörden auf nationaler und Provinzebene in den Ressourcenschutz einbezogen. Entwickelt wurden politische Vorgaben zur Waldbewirtschaftung und zum Bewässerungsmanagement, die langfristig mehr als acht Millionen Menschen in der Region zugutekommen.

 

Stand: September 2017