Mehr Sicherheit für die Wasserversorgung in Perus Städten

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zu Modernisierung und Stärkung der Siedlungswasserwirtschaft (PROAGUA II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Peru
Politischer Träger: Ministerium für Wohnungsbau, Bau- und Sanitärwesen (Ministerio de Vivienda, Construcción y Saneamiento – MVCS)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2022

Kläranlage in Arequipa

Ausgangssituation

Perus Bevölkerung und Ökosysteme sind für Klimarisiken sehr anfällig: Das Land weist sieben der neun Anfälligkeitsmerkmale auf, die die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) festgelegt hat. Neben dem periodisch auftretenden Wetterphänomen El Niño, welches sich unter anderem kennzeichnet durch starke Regenfälle in den Anden, ist mit einer Verschärfung von extremen Klimaereignissen in der Region zu rechnen. Darüber hinaus ist Wasser regional extrem ungleich verteilt.

Zusätzlich zu steigenden Risiken durch den Klimawandel hat Peru mit anhaltender Verstädterung, steigendem Wasserverbrauch und der zunehmenden Verschmutzung der natürlichen Wasserressourcen durch Abwasser zu kämpfen. Die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit der städtischen Wasserversorgung ist dem nicht gewachsen. Die Wasserversorgungssicherheit ist zum einen gefährdet durch die mangelnde Koordination beim Wassermanagement zwischen Ministerien, Wasserversorgungsunternehmen, lokalen Wasserbehörden und Regionalregierungen. Zum anderen ist sie gefährdet durch den nicht nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser.

Für die peruanische Regierung haben die langfristige Sicherstellung und die Klimawandelresilienz der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung politische Priorität. Das Ministerium für Wohnungsbau, Bau- und Sanitärwesen (MVCS) hat die Federführung für Politiken, Strategien und die Entwicklung der gesetzlichen Regelwerke im Wasserbereich.

Ziel

Die Wasserversorgungssicherheit für die städtische Bevölkerung Perus ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben baut auf den bisher erreichten Resultaten und Wirkungen auf, insbesondere die Umsetzung des Modernisierungsgesetzes, die Einführung des dualen Ausbildungssystems und die Kommerzialisierung des Abwassermanagements. Der Schwerpunkt des Vorhabens liegt seit 2019 darauf, die Anfälligkeit der städtischen Wasserversorgung gegenüber dem Klimawandel zu verringern.

Das Vorhaben berät das MVCS, die Behörde für die Verwaltung der Wasser- und Abwasserdienstleistungen (OTASS), die Nationale Wasserwirtschaftsbehörde (ANA), das Nationale Ausbildungsinstitut für die Bauwirtschaft (SENCICO), ausgewählte Flussgebietskommissionen, sowie ausgewählte städtische Wasserversorger in Lima, Trujillo und Piura und andere.

Aktivitäten finden in den vier folgenden Handlungsfeldern statt:

  • Resilienz gegen Extremwetterereignisse in den Städten Lima, Trujillo und Piura: Das Vorhaben verbessert die Informationsgrundlage, Analyse, Quantifizierung und Modellierung der Wasserversorgungsrisiken, unterstützt beim Aufbau von effizienten Abstimmungsmechanismen sowie Maßnahmenplanung, sodass das Finanzministerium Mittel schneller verteilen kann und Maßnahmen schneller umgesetzt werden.
  • Schutz der Wasserressourcen: Das Vorhaben verbessert das Abwassermanagement und hilft dabei, die Einleitung unzureichend behandelter Abwässer zu verringern. Dazu überarbeitet es die Normen für Planung und Betrieb von Kläranlagen sowie für deren Überwachung durch die Aufsichtsinstanzen und unterstützt bei der Verbesserung der Reinigungsleistung von über 40 bestehenden Kläranlagen. Zudem unterstützt es beim Aufbau eines Zertifizierungssystems für Kläranlagen, Überwachung der Abwassereinleitung aus Gewerbe- und Industriebetrieben in die öffentliche Kanalisation und bei der Wiederverwendung gereinigten Abwassers.
  • Berufliche Bildung im Wasserbereich: Das Vorhaben unterstützt dabei, ein Zertifizierungssystem für Kompetenzen und ein duales Ausbildungssystem einzuführen. Die bessere Fachkräftesituation hilft dabei, Maßnahmen zur Wasserversorgungssicherheit umzusetzen und den fachgerechten Betrieb von Kläranalagen zu gewährleisten.
  • SDG- und NDC-Monitoring: Unterstützung beim Aufbau eines effizienten Monitoringsystems und Aktualisierung des Plans zur transparenten Umsetzung der Agenda 2030 und des Pariser Klimaschutzabkommens.

Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben Maßnahmen, um die Resilienz der Wasserversorgung gegenüber Pandemiefolgen zu stärken. Das Vorhaben wird durch das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) kofinanziert. Beauftragt mit Unterstützungsleistungen ist die Consultingfirma Akut Partner - AHT Group AG.

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Wirkungen

  • Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Institutionen und Akteuren der Wasserversorgung hat sich verbessert, insbesondere zwischen MVCS und Wasserversorgungsunternehmen einerseits und zwischen ANA und Einzugsgebietskommissionen andererseits.
  • Die Coronavirus-Pandemie hat das Bewusstsein für die Systemrelevanz der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung aufgezeigt. Gemeinsam mit dem MVCS wurden zusätzliche sowohl kurz- als auch langfristig wirksame Maßnahmen zur parallelen Stärkung der Pandemiefolgen- und Klimawandelresilienz entwickelt und teilweise bereits ausgeführt: zum Beispiel die Organisation von Erfahrungsaustauschen zwischen den Wasserversorgungsunternehmen in virtuellen Meetings, Erarbeitung von Pandemie-Krisenplänen, Vulnerabilitätsanalysen der Lieferketten, Unterstützung SENCICOs bei der Digitalisierung von theoretischen Lehrinhalten der technischen Ausbildung.

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