Mehr Praxis und Standards: Reform der beruflichen Bildung unterstützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Berufliche Bildung in Zentralasien – Förderung systemischer Ansätze im Sektor Lebensmittelverarbeitung (PECA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan (und in geringem Umfang Turkmenistan)
Politischer Träger: Ministerien für Bildung und Wissenschaft in Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Ministerium für Hochschul- und Berufsbildung in Usbekistan
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Ausgangssituation

Zentralasiens Bevölkerung ist jung: Fast ein Drittel der Menschen ist unter 15 Jahre alt. Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt knapp zwei Prozent. Jugendarbeitslosigkeit ist bereits heute ein Problem und wird die Partnerländer zukünftig vor wachsende ökonomische, soziale und politische Herausforderungen stellen. Entsprechend hoch ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Es fehlen beschäftigungsrelevante Ausbildungsangebote, die den Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen.

Zum Beispiel in der lebensmittelverarbeitenden Branche, die für die langfristige  Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigungsförderung in allen zentralasiatischen Staaten von großer Bedeutung ist. Trotz entsprechender politischer Schwerpunktsetzungen in den Partnerländern finden notwendige Reformen für eine beschäftigungsorientierte berufliche Bildung nur zögerlich statt. Zudem werden Potenziale regionaler Zusammenarbeit zur Förderung eines grenzüberschreitenden Ausbildungs- und Arbeitsmarktes bislang zu wenig genutzt.

Ziel

In Zentralasien sind normative und institutionelle Grundlagen für eine beschäftigungsorientierte berufliche Bildung vor allem in der lebensmittelverarbeitenden Industrie verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben „Berufliche Bildung in Zentralasien (PECA)“ baut auf den erreichten Wirkungen der Vorgängervorhaben zur beruflichen Bildung in Zentralasien auf. PECA unterstützt die Reform der beruflichen Bildung in Zentralasien, dabei modellhaft die lebensmittelverarbeitende Branche. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Arbeitsmarktorientierung und der Einführung internationaler Qualitätsstandards. Das Vorhaben unterstützt die regionale Harmonisierung und die Anschlussfähigkeit der nationalen beruflichen Bildung.

PECA fördert eine vertiefte regionale Zusammenarbeit zwischen den Partnerländern. Insgesamt fördert das Projekt das System der dualen Berufsausbildung, bei der ein Teil der Lehrinhalte in Betrieben absolviert werden. In Steuerungs- und Arbeitsgremien stimmen die beteiligten Akteure Leitlinien für die Weiterentwicklung ihrer nationalen beruflichen Bildungssysteme ab. Die nationalen Reformansätze werden dann regional diskutiert und koordiniert.

Zudem konzentriert sich das Vorhaben darauf, relevante Akteure aus Politik, Wirtschaft und Bildung in den einzelnen zentralasiatischen Staaten zu befähigen, gemeinsame Grundlagen für eine bedarfsorientierte berufliche Bildung im lebensmittelverarbeitenden Bereich zu entwerfen. Im Kern geht es darum, branchenrelevante Berufs- und Ausbildungsstandards zu entwickeln und zu aktualisieren sowie Konzepte für duale berufliche Ausbildung für die Berufsbildung und Hochschulbildung zu erarbeiten. Das Vorhaben führt einzelne Bildungsgänge versuchsweise ein.

Zudem unterstützt PECA die Einbindung von Unternehmen in die Gestaltung branchenrelevanter Bildungsgänge für berufliche Bildung und Hochschulbildung. Konkret werden die Entwicklung und Umsetzung der dualen Berufsausbildung „Lebensmitteltechniker*in“ an Pilot-Schulen in den Partnerländern unterstützt. In Hochschulen fördert das Vorhaben die Entwicklung des dual gestalteten Bachelor-Studiengangs „Logistik“ an jeweils einer Modell-Universität in allen vier Partnerländern.

Schließlich fördert PECA die Rolle von Industrie- und Handelskammern, Berufsverbänden und Technologietransferzentren als Akteure in den beruflichen Bildungssystemen der Partnerländer. Die genannten Institutionen sollen mithilfe des Vorhabens ihr entsprechendes Dienstleistungsangebot für Unternehmen und/oder Bildungseinrichtungen ausweiten. Als eine zentrale Maßnahme berät PECA hier zum Aufbau eines unabhängigen, von Seiten der Wirtschaft organisierten Zertifizierungssystems für berufliche Qualifikationen.

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