Grenzüberschreitendes Wassermanagement in der SADC: Schutz einer knappen Ressource im südlichen Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grenzüberschreitende Wasserbewirtschaftung in der SADC-Region, Phase 5
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: SADC-Mitgliedsstaaten
Politischer Träger: SADC-Sekretariat
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

Ausgangssituation

Die erneuerbaren Wasservorkommen im südlichen Afrika belaufen sich zwar auf etwa 2.300 Kubikkilometer pro Jahr, sind jedoch sehr ungleichmäßig zwischen tropischen Regionen und niederschlagsarmen, ariden Gebieten verteilt. Rund 70 Prozent dieser Wassermenge stammt aus grenzüberschreitenden Flüssen, der Rest aus Seen und Grundwasserleitern. Der größte Teil der erneuerbaren Wasservorkommen wird für den Bewässerungsfeldbau genutzt. Allerdings nimmt der Wasserverbrauch im verarbeitenden Gewerbe stetig zu, so dass die Industrie inzwischen der zweitgrößte Wasserverbraucher im südlichen Afrika ist.

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben nur 62 Prozent der Bevölkerung in der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) Zugang zu sauberem Trinkwasser, und nur jeder Dritte hat Zugang zu bedarfsgerechten sanitären Einrichtungen. Durch die Auswirkungen des Klimawandels wird es noch schwieriger, die knappen und ungleichmäßig verteilten Wasservorkommen zu schützen und zu bewirtschaften. Die Mitgliedstaaten der SADC haben sich im Rahmen verschiedener internationaler Übereinkommen und regionaler Protokolle auf die Grundsätze einer gemeinsamen integrierten Bewirtschaftung der Wasservorkommen geeinigt. Zu diesem Zweck wurden in der gesamten Region, in den einzelnen Mitgliedstaaten sowie in den Flusseinzugsgebieten zahlreiche Konzepte, Strategien und Aktionspläne entwickelt, aber noch nicht vollständig in die Praxis überführt. Aus diesem Grund wurden die vorhandenen integrierten Konzepte für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Wasservorkommen noch nicht ausreichend verankert.

Ziel

Die grenzüberschreitenden Wasservorkommen in der SADC-Region, insbesondere im Einzugsgebiet des Orange-/Senqu-Flusses, werden durch integrierte Konzepte für die Bewirtschaftung von Flusseinzugsgebieten geschützt und nachhaltig genutzt.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt die SADC bei der Umsetzung bzw. Einführung von aufeinander abgestimmten politischen Maßnahmen, Strategien, Richtlinien und Instrumenten, die die SADC-Mitgliedstaaten für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Wassersektor vereinbart haben. Die durch das Projekt geleistete Unterstützung ist direkt auf den regionalen strategischen Aktionsplan zur integrierten Entwicklung und Bewirtschaftung von Wasserressourcen (Regional Strategic Action Plan on Integrated Water Resources Development and Management, RSAP) sowie auf in den Mitgliedstaaten und in den Flusseinzugsgebieten geltenden Rahmenwerke ausgerichtet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Förderung von Ansätzen zur integrierten Bewirtschaftung der Wasservorkommen. Zusammen mit der Water Division der SADC unterstützt das Projekt den regionalen Dialog zwischen den SADC-Mitgliedstaaten.

In der derzeit laufenden Phase konzentriert sich das Projekt auf ein umfassendes Programm zur integrierten Bewirtschaftung von Flusseinzugsgebieten (Integrated Catchment Management, ICM) in Lesotho. Dieses Programm wird von den beteiligten Akteuren im Volumen von 27,6 Millionen Euro gemeinsam finanziert. Lesotho gilt als „Wasserturm“ des südlichen Afrikas, denn alle Probleme und Maßnahmen im Wassersektor des Landes wirken sich unmittelbar stromabwärts im Einzugsgebiet des Orange-/Senqu-Flusses aus. Die Stakeholder in Lesotho werden dabei unterstützt, aus den in der Region gesammelten Erfahrungen zu lernen. Gleichzeitig bietet das Projekt ihnen die Gelegenheit, einen Beitrag zur regionalen Agenda zu leisten.

Das Projekt leistet auf verschiedenen Ebenen Capacity Building für die verschiedenen Stakeholder. Gleichzeitig wirkt es darauf hin, dass die regionalen und nationalen politischen Rahmenbedingungen an die aktuellen Gegebenheiten angepasst und vereinheitlicht werden. Auf nationaler und lokaler Ebene müssen leistungsfähige Institutionen aufgebaut werden, deren Aufgabe die Koordinierung der ICM ist. Diese müssen mit den dafür erforderlichen Mitteln ausgestattet werden, wozu insbesondere Daten und Monitoringsysteme zählen. Außerdem gilt es, das Wissen und die Fähigkeiten der Akteure zu stärken. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die Umsetzung von konkreten Maßnahmen zur Flächenrehabilitierung und zum Schutz von Teileinzugsgebieten vor Degradation. Die Maßnahmen umfassen kleinere Infrastrukturmaßnahmen und gemeindebasierte Konzepte zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der lokalen Bäuerinnen und Bauern. Dazu gehören auch Demonstrationsprojekte für den Nexus Wasser, Energie und Ernährungssicherheit. Die Gleichstellung der Geschlechter, die Menschenrechte und der Klimawandel werden bei allen Projektmaßnahmen berücksichtigt.

Bei der Umsetzung werden die im Land vorhandenen Kapazitäten genutzt und die laufenden Initiativen ausgeweitet. Zu diesem Zweck arbeitet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH mit internationalen, regionalen und lokalen Organisationen wie der FAO, den Catholic Relief Services (CRS), der Global Water Partnership (GWP) und dem Lesotho Council of NGOs (LCN) zusammen.

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