Ländliche Entwicklung und Landwirtschaft in Togo

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländliche Entwicklung einschließlich Landwirtschaft in Togo
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Togo
Politischer Träger: Ministère de la Planification du Développement et de la Coopération (MPDC); Ministerium für Entwicklungsplanung und Kooperation
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2020

DSC05866

Ausgangssituation

Mit durchschnittlich fünf Prozent ist das Wirtschaftswachstum Togos in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben. Trotzdem sind viele Menschen von Arbeitslosigkeit und geringen Beschäftigungsverhältnissen betroffen. Die Landwirtschaft des Landes ist wenig entwickelt. Gleichzeitig trägt sie aber zu 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei. Dabei gibt es vor allem auf dem Land Potenziale in der Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Beim Export dominieren Primärgüter wie Baumwolle, Kaffee- und Kakaobohnen.

Um das Problem der Armut in ländlichen Gebieten zu lösen, setzt die togoische Entwicklungspolitik auf einen strukturellen Wandel der Volkswirtschaft. So sollen die landwirtschaftlichen Produktionsketten mit hohem Beschäftigungs- und Exportpotenzial ausgebaut werden. In der Vergangenheit haben staatliche Investitionen geholfen, die Nahrungsmittelproduktion zu steigern. Es fehlen aber weiterhin effiziente Produktionssysteme, technische und organisatorische Fertigkeiten sowie innovative Geschäftsmodelle. Marktorientierung, Ernährungssicherheit und die Qualität von Lebensmitteln müssen deutlich verbessert werden.

Ziel

Die wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit von Akteuren in ausgewählten landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten hat sich erhöht. Ihre Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, ist gestärkt. 

 

DSC05930

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet an einer modellhaften Verbesserung einzelner Wertschöpfungsketten. Es wird zum Teil über die EU kofinanziert. Das Projekt arbeitet eng mit den Ministerien für Landwirtschaft und Industrie, mit Kooperativen und Produzentenvereinigungen sowie mit Verarbeiter*innen und Händler*innen zusammen.

Über enge Zusammenarbeit zwischen den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie kleine bis mittlere Verarbeitungsbetriebe werden die Transaktions- und Produktionskosten gesenkt. Gleichzeitig ist geplant, auf diesem Weg die Produktion in den weiterverarbeitenden Betrieben zu steigern. Dadurch könnten vor allem die Landwirt*innen genügend Einkommen erwirtschaften. Langfristig entstehen zusätzliche Arbeitsplätze in der Verarbeitung, beziehungsweise werden bestehende Jobs gesichert. Das Vorhaben unterstützt die Produktion für den nationalen und internationalen Markt in gleicher Weise wie die Selbstversorgung der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Gemeinsam mit Finanzdienstleistern entwickelt das Vorhaben Kredite, die an die Bedingungen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft angepasst sind. Das Projekt berät die togoische Regierung dabei die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft insgesamt zu verbessern. Es fördert sowohl Investitionen im Land als auch den Export, um das Wirtschaftswachstum langfristig positiv zu beeinflussen.

Wirkungen

  • Die Entwicklung von den ausgewählten Produktionsketten Gemüse/Gewürze, Kaffee und Kakao sowie Ananas ist in vorangegangenen Phasen des Vorhabens bedeutend vorangeschritten. Die Selbstorganisation der Akteure wurde vor allem in den Branchenverbänden um Kaffee, Kakao und Gemüse gestärkt.
  • Das Vorhaben hat mehr als 30.000 Produzent*innen von Gemüse, Kaffee, Kakao und Ananas in ihrer Organisationsentwicklung unterstützt. 
  • Mehr als 9.100 Landwirt*innen wurden in besseren landwirtschaftlichen Methoden und Unternehmertum ausgebildet. Davon wenden nachweislich mehr als 77 Prozent der Teilnehmer*innen das neue Wissen an. Dadurch konnten sie ihr Einkommen im Jahr 2018 um durchschnittlich 30 Prozent steigern. 
  • Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft haben die Produzent*innen Zugang zu internationalen Märkten erhalten. 
  • Weiterverarbeitende Betriebe wurden gefördert und neue Arbeitsplätze sind entstanden. Inzwischen sind 26.400 Menschen in der Cashew-Produktion beschäftigt. In der Ananas-Produktion sind es rund 4.000 Menschen.
  • ProDRA hat umweltverträgliche Produktionsweisen etabliert. So nutzen in der Ananas-Branche bereits 76 Prozent der Unternehmen umweltschonende Produktionsmethoden. Weiterhin gibt es nun knapp 13.000 Bio-Kakao-Produzent*innen. 
  • Mehr als 3.750 Cashewnuss- und Ananasproduzent*innen wurden im Finanzmanagement geschult. 87 Bankmitarbeiter*innen haben eine Fortbildung für die Risikobewertung der Landwirtschaft erhalten. Mehr als 850 Produzent*innen haben zwischen 2017 und 2019 Kredite erhalten.

Andere Sprachversionen

Weitere Informationen