Wirtschaftsentwicklung auf Gemeinde- und Provinzebene

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wirtschaftsentwicklung auf Gemeinde- und Provinzebene
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Nepal
Politischer Träger: Ministerium für Landmanagement, Genossenschaften und Armutsreduzierung (MoLCPA)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Afghanistan. Ätherische Öle werden durch Destillation gewonnen. © GIZ

Ausgangssituation

Die wirtschaftliche Entwicklung Nepals wurde in den letzten Jahren durch die Abwanderung von Arbeitskräften, ein geringes Wirtschaftswachstum und ein ausgeprägtes Infrastrukturdefizit beeinträchtigt. Teilweise ist dies auf die zwei Erdbeben im Jahr 2015 und den nur langsamen Wiederaufbau zurückzuführen. Nach Informationen der Weltbank zählt Nepal mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 1003 USD (2018) immer noch zu den am wenigsten entwickelten Ländern Asiens. Mehr als 25 Prozent der nepalesischen Bevölkerung sind von mehrdimensionaler Armut betroffen. Die Wirtschaftsstruktur ist durch den großen Anteil der Agrarproduktion (27 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im Jahr 2018), eine geringe landwirtschaftliche Produktivität, die schwach ausgebildete Fertigungsindustrie (5,6 Prozent des BIP im Jahr 2018, Tendenz sinkend) und geringe Industrieinvestitionen geprägt. Diese strukturellen wirtschaftlichen Defizite behindern eine nachhaltige Entwicklung und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

Mit der 2015 verabschiedeten neuen Verfassung hat Nepal einen weitreichenden Dezentralisierungsprozess angestoßen. Das Ergebnis der im September 2017 beendeten Wahlen ist eine demokratische Regierungsführung auf der Bundesebene ebenso wie in den Provinzen und Gemeinden. Den Provinzregierungen und Kommunalverwaltungen, die nun mit Regierungskompetenzen und Befugnissen im Bereich der Wirtschaftsentwicklung ausgestattet sind und im Rahmen der Dezentralisierung über erhebliche Mittel verfügen, kommt eine zentrale Rolle bei der Beseitigung der genannten Defizite zu.

Ziel

Die Rahmenbedingungen für die kommunale Wirtschaftsentwicklung in ausgewählten nepalesischen Gemeinden und Wertschöpfungsketten auf Gemeinde- und Provinzebene wurden verbessert.

Frauen einer Sparkooperative © GIZ

Vorgehensweise

Das Projekt vereint die Umsetzung des territorialen Wirtschaftsentwicklungsansatzes der GIZ, die sogenannte lokale und regionale Wirtschaftsentwicklung (LRED), mit einer insbesondere auf der kommunalen Ebene angesiedelten Förderung von Wertschöpfungsketten und umfasst verschiedene Feedback-, Dialog- und Up-Scaling-Maßnahmen auf Provinz- und Bundesebene. In 11 Gemeinden der Provinz Nr. 5 sowie der Provinzen Karnali und Sudurpashchim arbeiten die Projektbeteiligten zur Förderung der kommunalen Wirtschaftsentwicklung mit den Kommunalverwaltungen und mit dem privaten und dem genossenschaftlichen Sektor zusammen. Das Projekt gliedert sich in vier Handlungsfelder.

  • Entwicklung der Kapazitäten von öffentlichen, privaten und genossenschaftlichen Akteuren für eine gemeinsame Ausarbeitung von Wirtschaftsentwicklungsstrategien. Eine partizipative Analyse der kommunalen Wirtschaft und der Wertschöpfungsketten in den jeweiligen Gemeinden sowie die Entwicklung geeigneter gemeinsamer Strategien sind von wesentlicher Bedeutung, damit sich die Rahmenbedingungen für die kommunale Wirtschaftsentwicklung verbessern.
  • Verbesserung der Bedingungen für die Umsetzung von Wirtschaftsfördermaßnahmen auf kommunaler und Provinzebene. Angestrebt wird im Einzelnen eine Stärkung der relevanten Verwaltungsstrukturen, die Förderung der Unternehmen in ausgewählten Wertschöpfungsketten, die Schaffung von Unternehmens- und Wirtschaftsnetzwerken und die Einführung marktorientierter Ansätze sowie die Erbringung von Dienstleistungen durch Primärgenossenschaften, Genossenschaftsvereinigungen/-verbände und privatwirtschaftliche Organisationen wie Handels- und Industriekammern.
  • Erfahrungsaustausch zum Thema Wirtschaftsentwicklung zwischen den Akteuren auf Bundes-, Provinz- und kommunaler Ebene. Dafür werden Mechanismen wie PPCD genutzt, der Dialog zwischen dem öffentlichen, dem privaten und dem genossenschaftlichen Sektor. Der Austausch trägt zur Kohärenz der Maßnahmen bei und ermöglicht zum einen Lernerfahrungen im Hinblick auf eine erfolgreiche Umsetzung und zum anderen die Entwicklung zusätzlicher Ideen zur Verbesserung der Maßnahmen. 
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen und Entwicklung der Kapazitäten von öffentlichen, privaten und genossenschaftlichen Akteuren für die Förderung der kommunalen Wirtschaft. Die verbesserten Analyse- und Umsetzungskompetenzen in den kommunalen Behörden, in privaten Vereinigungen und Genossenschaften dürften mittel- bis langfristig zur Verankerung des kommunalen Wirtschaftsentwicklungsansatzes in den Gemeinden führen. Dies wird durch eine umfassende Capacity-Development-Kampagne unterstützt, sodass eine nachhaltige Verbesserung der Rahmenbedingungen sichergestellt ist.

Wirkungen

  • Die allgemeine Verbesserung des Geschäftsklimas auf der kommunalen Ebene hat zu einer Steigerung der Gewerbeanmeldungen und einem besseren Umfeld für Innovation und Unternehmertum geführt.
  • Die Partnergenossenschaften haben Verbesserungen bei der Rentabilität und bei der Erbringung ihrer Dienstleistungen erzielt und erreichen zudem eine größere Anzahl von Menschen aus indigenen und benachteiligten Gruppen.
  • Die Koordination und die Kommunikation zwischen den Kommunalverwaltungen und den Provinzregierungen auf der einen Seite und den Akteuren des privaten und genossenschaftlichen Sektors auf der anderen Seite haben sich verstärkt.
  • Die erfolgreichen Erfahrungen auf der kommunalen Ebene werden zu Modellen weiterentwickelt und in die Replikationsüberlegungen auf der Bundesebene eingebracht.

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