Klimarisikomanagement – Konzepte, Instrumente, Wirkungen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Risikobewertung und -management zur Anpassung an den Klimawandel (Loss and Damage)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2021

Küstenerosion an der Küste Senegals.

Ausgangssituation

Viele Länder leiden bereits stark unter den Folgen des Klimawandels. Besonders in Entwicklungsländern, kleinen Inselstaaten und Küstenregionen haben Klima- und wetterbedingte Schäden und Verluste (Loss and Damage) in den vergangenen Jahrzehnten erheblich zugenommen.

Jüngste Klimamodelle zeigen, dass die Auswirkungen des Klimawandels, wie verstärkt auftretende Extremwetterereignisse oder schleichende Veränderungen, gerade in (sub-)tropischen Gebieten zu starken, negativen Veränderungen führen. Vielen Entwicklungsländern mangelt es bereits heute an Ressourcen im Bereich Anpassung, Katastrophenvorsorge- und -bewältigung. Der Lebenserhalt verwundbarer Bevölkerungsgruppen ist somit gefährdet und erfordert umfassende unterstützende Maßnahmen. Trotz unterschiedlicher Anpassungsmaßnahmen, die die negativen Folgen des Klimawandels abmildern sollen, können Schäden und Verluste eintreten. Daher hat das Themenfeld Schäden und Verluste in den Verhandlungen unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Das führte dazu, dass der Internationale Warschauer Mechanismus für den Umgang mit Schäden und Verlusten etabliert und das Thema als eigenständiger Artikel in das Pariser Klimaabkommen 2015 aufgenommen wurde.

Der systematische Umgang mit klimabedingten Schäden und Verlusten ist ein neuer, jedoch grundlegender Aspekt eines umfassenden Klimarisikomanagements. Da bisherige Methoden den Bereich Schäden und Verluste nur unzureichend berücksichtigt haben, ist es notwendig, innovative und wirkungsvolle Maßnahmen zu entwickeln, um mit Klimarisiken umzugehen.

Ziel

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und ihre internationalen Partner verfügen über erprobte, wirkungsvolle und handlungsleitende Konzepte und Instrumente, mit denen sie Klimarisiken bewerten und managen. Sie wenden diese in stark betroffenen Regionen an.

2. Climate Risk Management Trainer in Aktion.

Vorgehensweise

Das Vorhaben konzentriert sich darauf, Konzepte, Methoden und Instrumente zu entwickeln und pilothaft anzuwenden, mit denen sich Klimarisiken bewerten und managen lassen.

Aufbereitete Erfahrungswerte zum Umgang mit Klimarisiken fördern den internationalen Austausch zum Thema Klimarisikomanagement und helfen die deutsche Entwicklungszusammenarbeit für zukünftige Herausforderungen zu stärken. Dabei werden die Themen Klimarisikomanagement sowie Schäden und Verluste in andere internationale Agenden integriert, wie zum Beispiel nachhaltige Entwicklung.

Das Vorhaben unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bei Verhandlungen zum Internationalen Warschauer Mechanismus bei den Themen des umfassenden Klimarisikomanagements.

Zusätzlich werden ausgewählte Maßnahmen in den Partnerregionen des Vorhabens erprobt. Aktuell arbeitet das Vorhaben mit der pazifischen Gemeinschaft, Indien sowie ausgewählten Ländern in Zentralamerika und Ostafrika zusammen.

Für mehr Nachhaltigkeit: Baumpflanzaktion an einer Schule in Tansania.

Wirkungen

Eine Datenbank mit über 100 Methoden zur Identifizierung und Bewertung von Klimarisiken erlaubt es Entscheidungsträgern auf der ganzen Welt, die für ihren Bedarf passenden Methoden zu identifizieren.

Die pilothafte Anwendung einer Klimarisikoanalyse in Tansania (Lake Rukwa) und Indien (Himachal Pradesh und Tamil Nadu) führte zu einem besseren Verständnis aktueller und zukünftiger Klimarisiken und den damit verbundenen Schäden und Verlusten. Die Klimarisikoanalysen unterstützen die Entwicklung der nationalen und regionalen Klimapolitik in beiden Ländern.

Der Trainingskurs „Loss and damage als Teil umfassenden Klimarisikomanagements“ ist sowohl als Präsenzveranstaltung als auch digital verfügbar. Er wurde bisher in Zentralamerika, der Karibik, West- und Ostafrika, Indien, der Mekong-Region sowie auf den Philippinen durchgeführt. Entscheidungsträger*innen und technisches Personal können dadurch Kompetenzen im Management von Klimarisiken aufbauen.

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