Unterstützung für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden in Kenia

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden in Kenia
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“
Land: Kenia
Politischer Träger: Refugee Affairs Secretariat (Innenministerium und Koordination der nationalen Regierung), Kenya
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2022

Kenia. Mitglieder der aufnehmenden Gemeinde erhalten auch in abgelegenen Gebieten medizinische Untersuchungen. © GIZ / Alex Kamweru

Ausgangssituation

Infolge von Gewaltkonflikten im Südsudan, in Somalia und in anderen Ländern der Region ist die Zahl der Flüchtlinge in Kenia inzwischen auf rund eine halbe Million gestiegen. Flüchtlinge dürfen außerhalb der Flüchtlingslager keine Beschäftigung oder landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Ihre Fähigkeiten zur Selbstversorgung oder zur Reintegration in ihre Heimatländer sind deshalb wenig ausgeprägt.

Wegen des anhaltenden Zustroms von Flüchtlingen, vor allem aus dem Südsudan, in die Region hat die kenianische Regierung im Juni 2015 in einem 40 km von der Stadt Kakuma entfernt gelegenen Ort namens Kalobeyei Platz für eine neue Flüchtlingssiedlung ausgewiesen.

Die in den beiden Hauptaufnahmegebieten Kakuma and Dadaab ansässige Bevölkerung ist sehr arm. Nahrungsmittelknappheit, eine unzureichende Grundversorgung und ungleiche Einkommenschancen prägen die Lebensbedingungen, die für Flüchtlinge wie auch für die ansässige Bevölkerung prekär sind. Konflikte sind daher an der Tagesordnung. 

Im Einklang mit dem integrierten Bezirksentwicklungsplan 2018–2022 hat die kenianische Regierung gemeinsam mit Partnern das Programm für die integrierte soziale und wirtschaftliche Entwicklung von Kalobeyei erarbeitet. Dieses Programm fördert die Eigenständigkeit der Flüchtlinge und der aufnehmenden Gemeinden, indem es die Möglichkeiten der Existenzsicherung verbessert und die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe und Unterstützung verringert, und steht damit im Einklang mit dem Umfassenden Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen, den das Land unterstützt.

Ziel

Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge sowie der lokalen Bevölkerung in Turkana West (Kakuma) und Garissa County (Dadaab) sind verbessert.

Kenia. Jugendliche Flüchtlinge und Mitglieder der aufnehmenden Gemeinde lernen Techniken für Mediation und friedliche Konfliktbearbeitung. © GIZ / Alex Kamweru

Vorgehensweise

Die Maßnahmen des Vorhabens richten sich gleichermaßen an die Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung in den Gebieten in und um die Flüchtlingslager Kakuma und Dadaab. Im Mittelpunkt stehen privatwirtschaftliche und unternehmerische Interventionen für Flüchtlinge und Mitglieder der Aufnahmegemeinden, die Verbesserung der Ernährung und der Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgung sowie die Förderung friedlicher Konfliktlösungen. Das Vorhaben arbeitet unter anderem mit dem Don Bosco Development Outreach Network, dem St. Clare Training Institute, dem Xavier Project und dem dänischen Flüchtlingsrat zusammen und führt Projekte in ganz Turkana West durch.

Außerdem erwerben Flüchtlinge und Mitglieder der Aufnahmegemeinde in Aus- und Fortbildungen nützliche Kenntnisse für potenzielle Beschäftigungen. Sie werden zu landwirtschaftlichen Anbautechniken beraten, beispielsweise durch das Anlegen von Schulgemüsegärten in den Flüchtlingslagern und der Aufnahmegemeinde. Dank Cash-for-Work-Maßnahmen können Flüchtlinge und Ortsansässige ihre Einkommen verbessern.

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Im Rahmen dieser Initiative werden kurzfristig Mittel zur Unterstützung von Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden bereitgestellt. Längerfristig mindern nachhaltige Maßnahmen strukturelle Fluchtursachen wie soziale Ungleichheit oder Ernährungsunsicherheit.

Wirkungen

  • Die Beschäftigungsfähigkeit von mehr als 900 Menschen ist verbessert.
  • Vier Gemeinschafts-/Jugendzentren haben Zugang zum Internet, zu Bildungsangeboten und zu Online-Beschäftigung.
  • Ein modularer Leitfaden zur Vermittlung von Lebenskompetenzen wurde erstellt.
  • 3.400 Personen haben Geflügel gezüchtet und Verkaufsstände für tierische Produkte eingerichtet.
  • 1.200 Schulkinder haben in Schulgärten gelernt, nahrhafte Lebensmittel zu erzeugen, zu verarbeiten und zu vermarkten.
  • Ein kompetenzorientiertes Schulungshandbuch für die Futtererzeugung wurde erarbeitet.
  • Impfkampagnen für Nutztiere und die Heuschreckenbekämpfung werden unterstützt.
  • 4.000 Jugendliche engagierten sich mit Rollenspielen, Liedern und Gedichten in zwei Kampagnen gegen Frühehen.
  • Mehr als 1.600 Kinder nahmen an Schulungen für die Streitschlichtung unter Gleichaltrigen („Peer Mediation“) teil und vermitteln in Konflikten in ihrem Alltag.
  • Sieben Dialogforen für Flüchtlinge und Ortsansässige sind eingerichtet.
Kenia. Schülerinnen und Schüler arbeiten in einem Schulgarten im Flüchtlingslager Kakuma. © GIZ / Alex Kamweru
  • Für die Schulung von Peer-Mediatoren wurde ein Handbuch zum Thema partizipative Mediation entwickelt.
  • Mit mobilen Gesundheitsdiensten konnten mehr als 30.000 Kranke in schwer zugänglichen Gebieten erreicht werden.
  • Über 5.500 Facharztbehandlungen (zum Beispiel durch HNO- und Augenärzte) wurden durchgeführt.
  • 288 Gesundheitskräfte wurden für die Behandlung von Menschen mit Mangelernährung geschult.
  • Medizinische Ausrüstung und medizinisches Material wurden an Gesundheitseinrichtungen verteilt.
  • Im neuen Krankenhaus im Lager Kakuma wurde eine Kinder- und Frauenstation eingerichtet.
  • Ein Bohrloch wurde mit Solarstromversorgung ausgestattet und ein Generator bereitgestellt und in bestehende Wasserwirtschaftsstrukturen eingebunden.

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