Verantwortungsvolle Landpolitik weltweit fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globalvorhaben Verantwortungsvolle Landpolitik
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global – Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Laos, Madagaskar, Peru, Uganda, Paraguay (2018 abgeschlossen)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2024

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Ausgangssituation

Für einen großen Teil der Weltbevölkerung hängt die Lebensgrundlage direkt vom Zugang zu Land ab. Ist der Zugang oder die Nutzung verwehrt, sind oft Hunger und mangelnde Entwicklung die Folge. Nach Schätzungen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen machten kleinbäuerliche Familien im Jahr 2017 die Hälfte der weltweit 815 Millionen Hungernden aus. Viele Landbesitzende und Landnutzende verfügen nur über informelle oder traditionell gewährte Rechte, die oftmals nicht ausreichend anerkannt werden.

Neben seinem Wert für die landwirtschaftliche Produktion hat Land in fast allen Kulturen wichtige traditionelle, religiöse und soziale Bedeutung. Großflächige Investitionen üben jedoch vermehrt Druck auf die Ressource Land aus. Aufgrund fehlender Schutzmaßnahmen, intransparenter Planung sowie unzureichenden Mechanismen zur Prävention und Lösung von Konflikten führen diese Investitionen häufig zu Konflikten, Zwangsenteignungen und Vertreibungen. Der Druck auf die immer knapper werdende Ressource nimmt daher stetig zu. 

Viele Länder haben sich zu guter Regierungsführung in der Landpolitik verpflichtet und bekennen sich zu den „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“ der Vereinten Nationen. Die Umsetzung ist jedoch noch mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Vor allem der ländlichen Bevölkerung, besonders Frauen und gesellschaftlich ausgegrenzten Gruppen wie indigenen Völkern, fehlt oft der gesicherte Zugang zu Land.

Ziel

Der Zugang zu Land hat sich für bestimmte Bevölkerungsgruppen, insbesondere für Frauen und marginalisierte Gruppen in ausgewählten Partnerländern verbessert.

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Vorgehensweise

Mit den politischen Verantwortlichen in den Partnerländern arbeitet das Vorhaben daran, die Rahmenbedingungen für die Landpolitik zu verbessern. Gemeinsam sollen transparente Verfahren und Mechanismen der Landverwaltung eingeführt werden, die die rechtliche Situation der Bevölkerung verbessern. Im Mittelpunkt des Projekts stehen drei Handlungsfelder:

1. Landrechte der ländlichen Bevölkerung durch bessere Verfahren sichern
In Peru steht die Titulierung der Gebiete indigener Gemeinschaften im Zentrum; in Benin, Burkina Faso, Madagaskar, Laos und Uganda werden sowohl individuelle als auch kollektive Land- und Nutzungsrechte gestärkt. Die Rechtssicherheit verbessert sich dort durch Eigentumstitel, langfristige Pachtverträge oder Nutzungsvereinbarungen. Das Vorhaben arbeitet mit thematisch verwandten Projekten zusammen, deren Arbeit auf sicheren Landrechten aufbaut und für die Ernährungssicherung relevant ist. Dazu gehören Vorhaben zum Bodenschutz oder der Rehabilitierung von Waldlandschaften.
 
2. Die Zivilgesellschaft an verantwortungsvoller Landpolitik beteiligen
Das Vorhaben unterstützt zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich an neuen Verfahren zur Sicherung der Landrechte beteiligen. Sie nehmen beispielsweise eine wichtige Rolle beim Konfliktmonitoring ein, gestalten den Dialog und treten als Dienstleister auf.
 
3. Rahmenbedingungen für verantwortungsvolle private Agrarinvestitionen verbessern
Das Vorhaben bietet eine Reihe von Sensibilisierungs- und Dialogmaßnahmen. Sie fördern verantwortungsvolle Agrarinvestitionen, die die Rechte und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung berücksichtigen. In Äthiopien, Uganda und Laos wird dieses Handlungsfeld durch eine Kofinanzierung der Europäischen Union (Responsible Governace of Investment in Land, RGIL) vertieft. 

Die „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“ sowie die „Prinzipien für verantwortungsvolle Agrarinvestitionen“ des Welternährungsausschusses der Vereinten Nationen sind für die Arbeit des Vorhabens handlungsleitend. Die Aktivitäten in den Zielregionen in Madagaskar werden von der Arbeitsgemeinschaft ECO-GOPA-Land Ressources umgesetzt.

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Wirkung

  • Das Vorhaben konnte bereits die Landrechte von über 80.000 kleinbäuerlichen Haushalten stärken. Davon haben 28.000 Haushalte ihre Landrechte im Namen der Frau oder gemeinsam als Paar eingetragen. 
  • Das Vorhaben hat zur Lösung von annährend 2.000 Landkonflikten beigetragen. 
  • Über 40 Agrarinvestoren orientieren sich an den Vorgaben internationaler Leitlinien und tragen so zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.