Stadtentwicklung: Unterstützung beim Aufbau von öffentlicher Infrastruktur

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beteiligungsorientiertes Infrastrukturvorhaben (PIP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ägypten
Politischer Träger: Ministry of Housing, Utilities and Urban Communities (MoHUUC)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

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Ausgangssituation

Ägyptens Städte wachsen rasant – meist ohne staatliche Kontrolle und planerische Steuerung. Im Großraum Kairo leben über 60 Prozent der etwa 20 Millionen Einwohner*innen in informellen Stadtgebieten, also ohne Genehmigung gebauten Stadtvierteln Diese sind dicht bebaut und nur unzureichend an öffentliche Infrastruktur und Dienstleistungen angeschlossen. Beteiligungsorientierte Planungsinstrumente werden kaum genutzt und zur Verbesserung der Planung eingesetzt. Darüber hinaus stellen der Klimawandel und seine Folgen neue Herausforderungen an die Bewohner*innen dieser Stadtgebiete.

Das vorauslaufende Vorhaben „Beteiligungsorientiertes Entwicklungsprogramm in städtischen Armutsgebieten (PDP)“ schaffte bereits erste Verbesserung der Infrastruktur in ausgewählten Gebieten, dennoch besteht weiterhin großer Bedarf für den Ausbau technischer und sozialer Infrastruktur. Das betrifft neben der Wasser-, Abwasser-und Abfallverwertung und –beseitigung auch das Management des öffentlichen Raumes und des Verkehrs sowie die Bereiche Bildung, Gesundheit und Freizeit.

Ziel

Errichtung und Betrieb öffentlicher Basisinfrastruktur und damit verbundene öffentliche Dienstleistungen in neun informellen Stadtgebieten des Großraum Kairos sind verbessert. Das zuständige Ministerium nutzt integrierte und beteiligungsorientierte Entwicklungsansätze, die in den Richtlinien der Stadtentwicklungspolitik verankert sind.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben baut auf den Erfahrungen von PDP auf und entwickelt bewährte Maßnahmen und partizipative Ansätze weiter. Durch gemeinsame Infrastrukturmaßnahmen stärkt das Projekt die Kompetenzen der öffentlichen Verwaltungen in den Gouvernoraten für eine integrierte und partizipative Entwicklung in neun informellen Stadtgebieten. Das Vorhaben baut oder renoviert öffentliche Infrastruktur mittlerer Größe für die Governorate. Maßnahmen werden durch integrierte und partizipative Konzepte für die Stadtteilentwicklung (Local Area Development Plans) ausgewählt.

Das Vorhaben nutzt die Bauaktivitäten für verbesserte Infrastruktureinrichtungen gleichzeitig, um die öffentliche Verwaltung zu befähigen, selbstständig Projekte umzusetzen. Es bezieht weiterhin Organisationen der Zivilgesellschaft über komplementäre Initiativen (Local Initiative Fund) mit ein.

Die lokal gesammelten Erfahrungen fließen bei folgenden nationalen Themen ein:

  • Beratung nationaler Institutionen zur Berücksichtigung von besonderen Herausforderungen in informellen Stadtgebieten
  • Erstellung von Richtlinien und Handbüchern für lokale Entscheidungsträger*innen und Verwaltungsangestellte
  • Unterstützung des Fortbildungsangebotes nationaler Trainingsinstitutionen bezüglich der Nutzung verschiedener Stadtplanungsinstrumente

Das „Beteiligungsorientiertes Infrastrukturvorhaben (PIP)“ arbeitet mit dem Ägyptischen Ministerium für Wohnungsbau, Dienstleistungen und städtische Gemeinschaften. Das Projekt wird von der Europäischen Union und vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam finanziert.

Wirkung

  • Im August 2018 wurden zwei Pilot-Stadtentwicklungskonzepte (Local Area Development Plans, LADPs) abgeschlossen. Weitere sieben LADPs werden zeitnah fertiggestellt.
  • Ein internationaler Beratungsvertrag über die Planung, Umsetzung und Überwachung von 30 Infrastrukturprojekten mittleren Umfangs wurde geschlossen. Die Projekte wurden durch LADPs gemeinsam mit dem politischen Träger identifiziert und zur weiteren Planung und Ausführung gemeinsam freigegeben.
  • Ein gemeinsamer Steuerkreis (Project Management Office, PMO) wurde mit dem Partnerministerium im Juli 2018 gebildet. Er bildet die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit mit dem Politischen Partner. Das ermöglichte Anpassungen im Vorgehen des Projekts sowie die Durchführung zusätzlicher LADPs.
  • Mit drei Governoraten wurden Rahmenbedingungen für die Projektdurchführung festgelegt und lokale Steuerungskomitees gebildet.
  • Bisher wurden 110 Verwaltungsangestellte zu Geo-Informationssystemanwendungen, 45 Verwaltungsdirektoren und Stadtplaner zum Urban Nexus Ansatz, also ressourceneffiziente und integrierte Städte, fortgebildet. Außerdem wurden 90 Organisationen der Zivilgesellschaft zum Thema Projektplanung geschult.

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