Verkehrswende und nachhaltige Mobilität in China und Deutschland voranbringen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Chinesische Zusammenarbeit zur Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie als Beitrag zur Verkehrswende
Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
Land: Volksrepublik China
Politischer Träger: Ministerium für Verkehr der Volksrepublik China (MoT)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

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Ausgangssituation

Mobilität befindet sich weltweit im Wandel. Dies liegt an mehreren eng verknüpften Megatrends wie Urbanisierung, technologischem Fortschritt, Individualisierung und Digitalisierung. Es ist zu erwarten, dass bereits im Jahr 2030 eine Milliarde Chinesen in Städten lebt und das Land über 200 Millionenstädte zählen wird. Diese Konzentration der Bevölkerung auf urbane Ballungsgebiete führt sowohl zu einer Raumverknappung als auch zu einem Anstieg der Mobilitätsbedürfnisse.

Um den daraus entstehenden Energiebedarf zu decken und gleichzeitig die internationalen Klimaziele zu erfüllen, sind emissionsarme Technologien und alternative Kraftstoffe erforderlich - immerhin ist China schon heute das Land mit dem größten Ausstoß von Treibhausgasen weltweit. Gleichzeitig entstehen mit Elektrifizierung, Vernetzung, Automatisierung und Shared Mobility neue Ansätze, die das Verkehrswesen grundlegend verändern können.

Dabei stehen ganzheitliche Mobilitätskonzepte und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten im Vordergrund. Um diese komplexen Mobilitätssysteme in öffentliche Infrastrukturen, Stadtplanung und Verkehrssteuerung einzubinden, ist eine ausgewogene Koordination der zuständigen regionalen, nationalen, und internationalen Institutionen nötig.

Deutschland mit seiner starken Automobilindustrie und China als Leitmarkt für Elektromobilität und Vorreiter der Smart-Cities stehen dabei vor ähnlichen Herausforderungen und können vieles voneinander lernen. In China besteht nun die Möglichkeit, gemeinsam Ansätze und Konzepte für nachhaltige Mobilität zu entwickeln und zu erproben. Diese können in den kommenden Jahrzehnten als Blaupausen dienen, sowohl für die heranwachsenden Megastädte in Asien, Südamerika und Afrika als auch für Lösungsansätze in Deutschland.

Ziel

Der politische und fachliche Dialog zwischen Deutschland und China zu Themen der Mobilität und Kraftstoffe ist intensiviert. Die Länder setzen gemeinsam entwickelte Mobilitätskonzepte um.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt den politischen Dialog zwischen dem Bundesverkehrsministerium (BMVI), dem Chinesischen Verkehrsministerium (MoT) und weiteren chinesischen politischen Partnern. Zudem fördert es den Austausch zu Mobilitäts- und Kraftstoffstrategien (MKS) zwischen Fachleuten und der Privatwirtschaft beider Länder.

Das Vorhaben erstellt und bewertet ganzheitliche Mobilitätskonzepte in China und Deutschland und wertet deren Umsetzung aus. Anhand dessen erstellt es konkrete politische Handlungsempfehlungen für eine soziale und nachhaltige Verkehrswende. Fokusthemen sind integrierte Mobilitätskonzepte, insbesondere Verkehrshubs, Sektorkopplung (Integration erneuerbarer Energien in den Verkehrsbereich), demografischer Wandel sowie die Potentiale der Mikromobilität (Klein- und Leichtfahrzeuge) und der nichtmotorisierten Mobilität.

Wirkungen

Der politische und fachliche Austausch hat die Beziehungen im Bereich nachhaltiger Verkehrsgestaltung zwischen dem deutschen und dem chinesischen Verkehrsministerium intensiviert.

Chinesischen Interessensvertreter*innen konnten die positiven Effekte einer partizipativen Ausgestaltung der MK-Strategie in chinesischen Städten demonstriert werden. Dazu wurden Kurzstudien in der Pilotregion Jing-Jin-Ji erarbeitet. Die integrierte Zusammenarbeit regionaler Akteur*innen in der Pilotregion wurde hierdurch verstärkt.   

Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der Kurzstudien führten nachweislich dazu, dass chinesische Partner*innen weitere Maßnahmen im nichtmotorisierten Verkehr geprüft haben. Dazu zählt unter anderem der Aufbau eines Radverkehrssystems in der Stadt Zhangjiakou von regionalen und lokalen Regierungen.

Die Verkehrsministerien beider Länder haben im Mai 2019 eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um ein deutsch-chinesisches Mobilitätsforum abzuhalten.

Aus der Zusammenarbeit entstand eine Entwicklungspartnerschaft mit der Wirtschaft zur Etablierung umweltfreundlicher Kraftstoffe für Schiffe in chinesischen Häfen. Die Partnerschaft findet unter dem Programm develoPPP.de des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) statt.

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