Unterstützung der Pandemieprävention in der ECOWAS Region

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: (Regionalprogramm) Unterstützung der Pandemieprävention in der ECOWAS-Region
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), kofinanziert durch die Europäische Union (EU)
Land: ECOWAS-Region mit Länderfokus auf Guinea, Liberia, Sierra Leone und Togo; sowie Nigeria und Ghana für Ausweitung des digitalen Ausbruchsmanagement- und Krankheitsüberwachungssystems SORMAS; Programmbüros in Abuja, Nigeria und Bobo-Dioulasso, Burkina Faso
Politischer Träger: Kommission der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

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Ausgangssituation

Das Gesundheitssystem in der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Economic Community of West African States, ECOWAS) und ihren Mitgliedsländern muss verbessert werden. Das zeigen die Ebola-Epidemie von 2014 sowie jüngste Ausbrüche von neu auftretenden und wiederkehrenden Krankheiten wie Dengue-, Lassa- und Gelbfieber, Affenpocken und Cholera. Eine übergreifende Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr in der Seuchenkontrolle sind nur schwach ausgeprägt. Außerdem besteht keine ausreichende Risikokommunikation zu Gesundheitsgefahren in den Regionen und in den ECOWAS-Mitgliedsstaaten. Eine zentrale Herausforderung ist die mangelnde Kommunikation und Koordination zwischen der ECOWAS-Kommission, der Westafrikanischen Gesundheitsorganisation (West African Health Organisation, WAHO), Fachagenturen wie dem Regionalen Zentrum für Seuchenkontrolle und dem Regionalen Zentrum für Tiergesundheit, allen Nationalen Instituten für Seuchenkontrolle und -prävention sowie den Partnern.

Ziel

Die Bevölkerung der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) ist besser vor Seuchen geschützt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben zielt darauf ab, die Beratung der ECOWAS-Mitgliedsländer beim Aufbau von ausgewählten Mechanismen zur Seuchenkontrolle durch die ECOWAS-Kommission, WAHO und Fachagenturen zu verbessern. Diese Mechanismen orientieren sich an den Kernkapazitäten der von der WHO festgelegten Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV), die von den Ländern verbindlich zu erreichen sind. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme im Bereich der Seuchenkontrolle verbessert und eine umfassendere, zeitnahe und effektive Kontrolle von Krankheitsausbrüchen und Epidemien möglich. 

Im Fokus des Vorhabens stehen zum einen eine gendersensible Risikokommunikation und eine bessere Kommunikation und Koordination zwischen den Institutionen. Zum anderen fokussiert das Vorhaben auf die Entwicklung von mehr Personal für Seuchenkontrolle in den Regionen und auf Landesebene in Sierra Leone, Liberia, Guinea und Togo. Darüber hinaus wird das digitale Ausbruchsmanagement- und Krankheitsüberwachungssystems SORMAS in Nigeria ausgeweitet und in Ghana eingeführt. 

Das Vorhaben wurde durch eine Kofinanzierung der Europäischen Union erweitert. Die Umsetzung wird durch Kooperationen mit der GFA Consulting Group, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und Berater*innen unterstützt. 

Wirkung

Das Vorhaben hat den Entwicklungsprozess von Regionalstrategien zu Risikokommunikation und interinstitutioneller Kommunikation und Koordination in der Seuchenkontrolle erfolgreich unterstützt. Die Strategien wurden von den 15 Mitgliedsstaaten der ECOWAS technisch überprüft. Das Vorhaben unterstützt derzeit die Erarbeitung von Standardverfahren zu Risikokommunikation und Informationsaustausch in Gesundheitsnotfällen zwischen nationalen und regionalen Institutionen sowie ihren Test durch Simulationsübungen. 

Zudem wurde ein Verfahrenshandbuch für das regionale, schnell einsetzbare Interventionsteam der ECOWAS (Regional Rapid Response Team, RRRT) entwickelt und geprüft. Des Weiteren entwickelt das Vorhaben maßgeschneiderte Unterstützungsmaßnahmen zur Stärkung der nationalen Koordinierungsinstitutionen von Guinea, Liberia, Sierra Leone und Togo. In Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen GFA Consulting Group wurden innovative Ansätze der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) umgesetzt. Eine regionale virtuelle Plattform zur Bündelung der ECOWAS-spezifischen Risikokommunikation wird aufgebaut. Software-Design-Wettbewerbe (Hackathons) wurden in Sierra Leone, Liberia, Guinea und Nigeria durchgeführt, deren Gewinnerteams moderne IKT-Lösungen für die Herausforderungen der Risikokommunikation entwickeln. Im Zuge der Ausweitung des Ausbruchsmanagement- und Krankheitsüberwachungssystems SORMAS wurden bereits über 400 von 774 lokalen Verwaltungsgebieten erreicht. In Ghana wird das Tool derzeit in einem Pilotprojekt getestet.