Qualifizierung von Berufsbildungspersonal

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Aus- und Weiterbildung von Fachkräften der Berufsbildung / Train the Trainers (TTT)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Palästinensische Gebiete
Politischer Träger: Hoher Rat für Berufsbildung (Ministerium für Bildung, Ministerium für Arbeit, Ministerium für Höhere Bildung, Dachverband der Handels-, Industrie- und Landwirtschaftskammern)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Schreinertrainings in Berufsbildungszentren in Jenen und Halhul, durchgeführt von fortgebildeten Lehrern/Trainern

Ausgangssituation

2008 hat das Ministerium für Bildung und Höhere Bildung (Ministry of Education and Higher Education, MoEHE) eine Bildungsstrategie verabschiedet. Ein Schwerpunkt bildet die Aus- und -fortbildung für Lehrkräfte. Diese gilt als Grundlage dafür, dass die Berufsbildungsprogramme an die Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst sind. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Verankerung einer langfristigen und hochwertigen Lehrerausbildung in Palästina fehlen bislang. Entsprechende Gesetze sind dringend erforderlich, um die berufliche Aus- und Weiterbildung zu verbessern. Nur so kann die Bildungsreform erfolgreich umgesetzt werden. Ein wesentliches Augenmerk liegt auf der Entwicklung der Leistungsfähigkeit vom Bildungsministerium und den zuständigen Behörden. Damit werden sie in die Lage versetzt, das Ausbildungssystem effizient und nachhaltig zu steuern.
Die Berufsbildungsstrategie von 2010 gibt weitere Ziele vor. Sie sieht vor, die Rahmenbedingungen für Beschäftigung und Qualifikationen sowie die Rechtsgrundlage für die Berufsbildung und ein einheitliches Berufsbildungssystem zu schaffen. Weiterhin sollen Berufsbildungseinrichtungen organisatorisch entwickelt und die Lehr- und Lernprozesse ausgebaut werden. Berufsbildungsangebote sollen verbessert und langfristig gesichert werden.

Das Bildungsministerium führte im September 2018 in allgemeinbildenden Schulen Berufsbildungsangebote ein, um die Berufsausbildung als eine erstrebenswerte Alternative zu einer akademischen Laufbahn zu fördern.

Ziel

Die Kompetenzen der Fachkräfte der Berufsbildung sind verbessert.

Schreinertrainings in Berufsbildungszentren in Jenen und Halhul, durchgeführt von fortgebildeten Lehrern/Trainern

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in drei Handlungsfeldern. 
Im ersten Handlungsfeld berät das Projekt zum Aufbau eines rechtlichen und formalen Regelwerkes. Das zweite Handlungsfeld konzentriert sich auf die Berufsvorbereitung und Fortbildung von Berufsbildungspersonal und Führungskräften an Berufsschulen. Im dritten Handlungsfeld wird ein Qualifizierungssystem für betriebliche Ausbildungskräfte aufgebaut. 

Die Aktivitäten erstrecken sich auf die gesamten palästinensischen Gebiete. Seit Dezember 2018 unterstützt die Norwegian Agency for Development Cooperation (NORAD)   das Vorhaben mit weiteren finanziellen Mitteln. Damit verbessert das Projekt die Voraussetzungen für das Angebot von Berufsorientierung und beruflicher Bildung. Maßnahmen, die die Leistungsfähigkeit von Berufsschullehrkräften und betrieblichen Ausbildungskräften entwickeln, wurden um fachpraktische Inhalte ergänzt. 

Das Vorhaben unterstützt die Etablierung von Berufsbildungszweigen an allgemeinbildenden Schulen sowie die Fortbildung von Lehrenden, die mit den neuen Berufsorientierungsmaßnahmen in Sekundarstufe I beauftragt wurden. Zudem ist ein Konzept zur Etablierung eines Lehrerausbildungsinstituts in Vorbereitung. Durch sportliche Aktivitäten vermittelt das Vorhaben jungen Menschen Lebenskompetenzen und führt Schulkinder an Berufsschulen heran – mittels organisierter Besuche und Summer Camps.

Wirkungen

Das Projekt hat gemeinsam mit den Partnern erste Entwürfe des Berufsstandards „Berufsschullehrkraft“ und „betriebliche Ausbildungskraft“ entwickelt. Außerdem war das Vorhaben beratend am Entwurf eines Berufsbildungsgesetztes beteiligt, welches aktuell bearbeitet wird. Das Vorhaben hat zudem ein Trainingsprogramm für Lehrkräfte und betriebliche Ausbildungskräfte entwickelt. Insgesamt wurden bereits 428 Berufsschullehrkräfte, 64 Schulleitende sowie 173 betriebliche Ausbildungskräfte fortgebildet. An fachpraktischen Weiterbildungskursen in ausgewählten Berufsfeldern haben bislang 16 Unternehmen teilgenommen. Zehn davon trafen verbindliche Vereinbarungen mit Schulen, um zukünftig gemeinsam Berufsschüler*innen auszubilden. Das Vorhaben stattete 23 Berufsschulzweige an allgemeinbildenden Schulen aus und bot 200 Kindern aus Gaza die Möglichkeit an Berufsorientierungsmaßnahmen teilzunehmen. Weiterhin unterstütze das Projekt Kinder dabei, digitale Anwendungen für Kinderrechte zu entwickeln, die zur Sensibilisierung für Kinderrechte genutzt werden.

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