Proklima – Weltweite Förderung von umweltfreundlichen und energieeffizienten Kühltechnologien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben Proklima
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

Ausgangssituation

Ozonzerstörende, in Industrie und Landwirtschaft genutzte Gase führen zu einer gefährlichen Ausdünnung der Ozonschicht. Als Reaktion verabschiedete die Staatengemeinschaft 1987 das Montrealer Protokoll (MP), das alle Beitrittsstaaten zur Einhaltung konkreter Ausstiegsfristen verpflichtet.

Seit der Gründung von Proklima im Jahr 1995 fordert die deutsche Politik einen integrierten Ansatz für Ozon- und Klimaschutz basierend auf natürlichen Gasen und nachhaltigen Technologien. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) vertritt diese Position in der internationalen Zusammenarbeit, konnte maßgeblichen Einfluss auf die Förderrichtlinien des Exekutivausschusses nehmen und den Ozon- und Klimaschutz vorantreiben.

Allerdings haben Chemie-Hersteller neue Ersatzstoffe eingeführt, die wiederum stark umwelt- und klimabelastende Wirkungen haben. Die Herstellung verbraucht knappe Rohstoffe und der Import der Chemikalien in Entwicklungsländer verursacht dort hohe Devisenausgaben und Entsorgungskosten.

Mit dem fortschreitenden Ausstieg aus den ozonzerstörenden Substanzen haben sich international die Schwerpunkte gewandelt, insbesondere mit Blick auf den Klimaschutz. Das MP ist zum Zentrum der Diskussion um die Klimawirkung schädlicher Gase geworden: Hier will die Staatengemeinschaft über die Zukunft dieser hoch klimawirksamen Gase entscheiden.

Die Diskussion um die klimaschädlichen Gase ist eng verbunden mit der Diskussion um die Bedeutung der Energieeffizienz der Kälte- und Klimatisierungstechnik. Es wird daher nach Lösungen gesucht, die sowohl die Ozonschicht als auch das Klima schützen.

Ziel

In Verhandlungen zum Montreal-Protokoll sowie im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist die BMZ-Position zur Förderung umweltfreundlicher und energieeffizienten Kühltechnologien verstärkt berücksichtigt.

Vorgehensweise

Proklima unterstützt die Partnerländer technisch und strategisch bei der Umsetzung von Bestimmungen aus dem Montreal Protokoll und anderen internationalen Abkommen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist das Vorhaben in vier Bereichen tätig.

Zum einen berät Proklima das BMZ in Fragen zum integrierten Ozon- und Klimaschutz. Damit soll die deutsche Position zur Umstellung auf alternative Substanzen im Kältesektor beitragen.

Zum anderen führt Proklima umweltfreundliche Technologien für Kühlung und Isolierung in den Markt der Kooperationsländer ein. Dabei achtet das Programm darauf, dass die Bevölkerung die Technologien korrekt anwendet.

Des Weiteren akquiriert das Programm Ozonfondsprojekte, um Konzepte und Technologien in den Kooperationsländern zu verankern und damit die Länder zur konzeptionellen Ausrichtung des Ozonfonds zu beraten.

Schließlich berät Proklima die Hauptakteure in den wichtigsten Feldern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bei der Einführung und Verbreitung von ozon-, klima- und umweltfreundlichen Technologien.

Wirkungen

Das Programm Proklima hat stark zur Verstärkung ozon- und klimafreundlicher Alternativen beigetragen:

  • Bis 2013 gelang die Umsetzung von rund 7.400 Projekten mit einem Gesamtvolumen von knapp 3,04 Milliarden US-Dollar.
  • Ozonfondsprojekte von Proklima sorgten für die Einsparung von über 8.000 Tonnen ozonzerstörender Substanzen.
  • Die deutschen Projekte sind im Vergleich zu anderen multilateralen Organisationen weitgehend klimaneutral. Projekte anderer Organisation, wie etwa des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen oder der Weltbank, verwenden synthetische Gase, die die Ozonschicht schützen aber dem Klima schaden und dadurch weiterhin Emissionen verursachen. Deutschland hingegen verwendet natürliche und klimafreundliche Alternativen.
  • Mithilfe von 240 deutschen Projekten in über 40 Partnerländern kam es zur Einsparung von 100 Megatonnen CO2. Dies ist vergleichbar mit der 1,5-fachen Menge der durch Ackerbau und Viehzucht in Deutschland jährlich freigesetzten Treibhausgase.

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