Die digitale Transformation der Industrie global gestalten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Chinesische Industrie 4.0 Kooperation
Auftrgageber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Land: Volksrepublik China
Politischer Träger: Ministerium für Industrie und Informationstechnologie der Volksrepublik China (MIIT)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

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Ausgangssituation

China ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands – die intensiven Wirtschaftsbeziehungen sowie die fortschreitende Digitalisierung der Industrien beider Länder bieten Unternehmen zahlreiche Absatz- und Investitionsmöglichkeiten. Zur digitalen Transformation der Industrie gehören neue Formen des Wirtschaftens und des Arbeitens in grenzüberschreitenden, globalen und digitalen Ökosystemen. Gleichzeitig besteht aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftssysteme und industriepolitischen Strategien großer Bedarf an vertieften Dialogen auf allen Ebenen. Unternehmenszusammenarbeit, Forschungskooperation und die Entwicklung gemeinsamer Standards eröffnen enormes wirtschaftliches Potenzial für beide Wirtschaftsregionen.

Die deutsche Strategie Industrie 4.0 sieht eine umfassende Digitalisierung der industriellen Produktion vor und bietet weltweit einen Referenzpunkt bezüglich der Modernisierung der Industrie sowie der Integration von Fertigungsprozessen. China verfolgt mit den Initiativen Made in China 2025 und Internet Plus ähnliche Ziele. Vor diesem Hintergrund haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) im Juli 2015 eine Absichtserklärung zur Förderung der Zusammenarbeit, im Bereich der intelligenten Fertigung unterzeichnet. Für die Umsetzung hat das BMWi im Jahr 2016 die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH beauftragt.

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Ziel

Durch die deutsch-chinesische Kooperation im Bereich Industrie 4.0 werden das Umfeld und die Rahmenbedingungen für deutsche und chinesische Unternehmen verbessert sowie Entwicklungen in der Industrie aktiv gestaltet.

Vorgehensweise

Das deutsche Projektbüro in Peking unterstützt das BMWi mit einem internationalen Team bei der Kooperation. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GIZ tragen dazu bei, das gegenseitige industriepolitische Verständnis und die Industriezusammenarbeit zu stärken. Dafür arbeiten sie eng mit den deutschen und chinesischen Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen und nehmen eine koordinierende und beratende Rolle ein. Das Projekt steht in engem Kontakt mit der Plattform Industrie 4.0, der zentralen Koordinierungsstelle für Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden und Gewerkschaften zum Thema in Deutschland. Darüber hinaus tauscht sich das Projektbüro regelmäßig mit der deutschen Botschaft in China aus.

Das Highlight der deutsch-chinesischen Kooperation ist die Jahrestagung der Staatssekretäre und Vizeminister. Im Rahmen dieses politischen Dialogs diskutieren beide Seiten die aktuellen Entwicklungen der Industrie 4.0, stellen die Fortschritte und Herausforderungen der Kooperation vor und legen ihre Erwartungen an die zukünftige Zusammenarbeit dar. Darüber hinaus arbeiten 80 deutsche und chinesische Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam in der Deutsch-Chinesischen Arbeitsgruppe Unternehmen in der Intelligenten Fertigung (AGU). Zudem richtet das Projekt regelmäßig weitere Großveranstaltungen aus, beispielsweise die deutsch-chinesische Konferenz “Digitising with China”. Fortschrittliche Unternehmenskooperationen im Bereich der intelligenten Fertigung können sich für die Auszeichnung als Leuchtturmprojekt bewerben. Mit regelmäßigen Publikationen und einem Newsletter informiert das Projekt zudem über die neuesten politischen Entwicklungen und Regulierungsvorhaben im Bereich Industrie 4.0.

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Wirkungen

Durch die Arbeit des Projektes entstanden grundlegende Kommunikationskanäle zwischen deutschen und chinesischen Akteuren aus Politik und Wirtschaft. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen der AGU sollen unter anderem kleinen und mittelständischen Unternehmen zu Gute kommen. Sie werden auf der Jahrestagung vorgestellt und im Dialog auf Ebene der Staatssekretäre und Vizeminister adressiert. Das Projekt hat das politische Verständnis für die Besonderheiten des jeweils anderen industriepolitischen Ansatzes verbessert und damit eine wichtige Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit geschaffen.

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