Deutsch-indische Solarpartnerschaft (IGSP)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-indische Partnerschaft für Solarenergie (Indo-German Solar Energy Partnership – IGSP)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Indien
Politischer Träger: Ministry of New and Renewable Energy – MNRE), die indische Zentralregierung
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Ausgangssituation

Das anhaltende Wirtschaftswachstum Indiens, das Prognosen zufolge in den nächsten Jahren bei ca. 7 Prozent pro Jahr liegen wird, bringt enorme Herausforderungen für die Energie  und Klimapolitik mit sich. Die jährlichen CO2-Emissionen lagen 2014 insgesamt bei 2,3 Milliarden Tonnen (t). Davon entfiel der Hauptteil, rund 30 Prozent, auf die Stromerzeugung. Eine Verbesserung der Klimabilanz ist also dringend notwendig, während gleichzeitig der steigende Energiebedarf im Land gedeckt werden muss und alle Teile der Bevölkerung Zugang zu elektrischem Strom benötigen.

Um der klimapolitischen Schieflage entgegenzuwirken und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung für alle sicherzustellen, hat die Zentralregierung von Indien das Ziel der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen bis 2022 auf 175 Gigawatt (GW) angehoben, wobei 40 GW davon durch dezentrale Photovoltaik (PV )Dachanlagen erzeugt werden sollen. Die bis Dezember 2016 erreichte installierte Leistung lag jedoch nur bei etwas über 1 GW; ca. 0,5 GW davon kamen erst im letzten Jahr, zwischen Oktober 2015 und September 2016, hinzu. Trotz der von der Zentralregierung und den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten getroffenen politischen und regulativen Unterstützungsmaßnahmen wird ein breites Wachstum bei den PV-Dachanlagen durch viele Herausforderungen beeinträchtigt. Dazu gehören etwa das mangelnde Bewusstsein unter den Verbrauchern, das Fehlen einer innovativen und attraktiven Unternehmenslandschaft und die stark eingeschränkte Kapazität der Verteilnetzbetreiber, die Dachanlagen zu fördern und zu einer günstigen Entwicklung des Geschäftsumfelds beizutragen. Aus diesen Gründen ist die jährliche Wachstumsrate nicht ausreichend, um das Ziel der Regierung bis 2022 zu erreichen.

Ziel

Das Projekt trägt zur Entwicklung von Marktkräften sowie zur Einführung von Fördermechanismen für Investitionen in PV-Dachanlagen bei. Der Projektschwerpunkt liegt auf der Stärkung des Marktes durch Wettbewerb und auf der systematischen Zusammenarbeit mit den vier wesentlichen Akteuren in den ausgewählten Projektgebieten:
1) Staatliche Verbindungsstellen (State Nodal Agencies – SNAs)
2) Verteilnetzbetreiber (DISCOMs)
3) Kommunalverwaltungen, Zulassungsbehörden und lokale Unternehmen in den ausgewählten Gemeinden (z. B. in den Kleinstädten Bhubaneshwar, Coimbatore und Kochi oder in anderen Städten) 
4) Marktteilnehmer (Projektentwickler, Investoren usw.)

Vorgehensweise

Im Rahmen der mehrgleisigen Projektstrategie werden zum einen die entsprechenden Marktkräfte gestärkt, um einen beschleunigten Ausbau des PV-Dachanlagensektors zu erreichen, zum anderen werden Fördermechanismen für Investitionen in diese Anlagen entwickelt. 
Das Projekt gliedert sich in vier Tätigkeitsbereiche, in denen auf das Projektziel hingearbeitet wird:
i.    Sicherstellung eines langfristigen Engagements der Verteilnetzbetreiber.
ii.    Schaffung von günstigen lokalen (kommunalen) Rahmenbedingungen. 
iii.    Förderung und Umsetzung von erfolgreichen Geschäftsmodellen.
iv.    Verbreitung von Informationen und Up-Scaling.
In Abhängigkeit von den Projektgebieten profitieren die jeweils am Ausbau des Dachanlagensektors beteiligten Akteure (DISCOMs, Kommunalverwaltungen, SNAs, Unternehmen mit neuen Geschäftsmodellen usw.) im Rahmen des Projekts von Analysen, Studien, Maßnahmen zur Dialogförderung sowie prozessbezogenen Unterstützungsmaßnahmen. Auf diese Weise soll eine Gesamtnachfrage nach PV-Dachanlagen im Umfang von 1 GW erreicht werden. Darüber hinaus sollen im Wohnsektor die sogenannten „PV-Ports“ eingeführt werden – eine einzigartige standardisierte Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 2-4 kWp.

Das von der deutschen Regierung im Rahmen der Deutschen Klima- und Technologieinitiative (DKTI) in Auftrag gegebene IGSP-Projekt für einen beschleunigten Ausbau des indischen PV-Dachanlagensektors wird von der GIZ in Zusammenarbeit mit dem indischen Ministerium für Neue und Erneuerbare Energien (MNRE) und der Zentralregierung von Indien durchgeführt.

Wirkungen

Bei einer erfolgreichen Umsetzung des IGSP-Projekts können folgende Ziele erreicht werden, wobei die Basiswerte für die verschiedenen Tätigkeiten dem Stand vom 31.03.2017 entsprechen.

  • In den Bundesstaaten, in denen das Projekt durchgeführt wird – zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Kommunalverwaltungen und Verteilnetzbetreibern – verdoppelt sich jedes Jahr die neu installierte Kapazität (in Megawatt – MW) aus PV-Dachanlagen.
  • Die installierte Gesamtkapazität (in MW) aus PV-Dachanlagen in den Projekt-Bundesstaaten hat sich vervierfacht.
  • In den Projekt-Gemeinden hat sich die Anzahl der pro Jahr neu installierten PV-Dachanlagen im Industrie , Gewerbe  und Wohnsektor verdoppelt (mit einem Wachstum von 30 Prozent im Wohnsektor).