Gesellschaftliche Teilhabe für Menschen im andauernden Flucht- und Krisenkontext

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Einflussnahme palästinensischer Flüchtlinge auf ihre Lebensbedingungen (PART)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Palästinensische Gebiete, Jordanien, Libanon, Syrien
Politischer Träger: United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Ausgangssituation

Die Zukunft der palästinensischen Flüchtlinge* ist eines der zentralen ungelösten Themen des arabisch-israelischen Konflikts. Derzeit sind etwa fünf Millionen Menschen beim Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East, UNRWA) registriert. UNRWA wurde 1949 eigens zur unmittelbaren Unterstützung der Flüchtlinge von der UN gegründet. Heute lebt noch ca ein Drittel der Flüchtlinge (rund 1,7 Millionen) in Flüchtlingslagern in den palästinensischen Gebieten (Westjordanland und Gaza), in Jordanien, Libanon und Syrien.

In dem anhaltenden Konflikt sind für die palästinensischen Flüchtlinge Einfluss und Mitgestaltungsmöglichkeiten zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen kaum vorhanden. Zudem stehen ihnen kaum psychosoziale Unterstützungsangebote zur Verfügung.

Ziel

Die Einflussnahme palästinensischer Flüchtlinge auf die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen in einem andauernden Gewaltkontext ist auf individueller und struktureller Ebene verbessert.

Vorgehensweise

PART nutzt eine eigens entwickelte Methode der Konfliktbearbeitung. So verbessert das Projekt einerseits die psychosoziale Unterstützung und andererseits die soziale Teilhabe, also Einflussnahme. Eine erhöhte Einflussmöglichkeit auf die Gestaltung der eigenen Lebensbedingungen kann sich auf das psychosoziale Wohlergehen der palästinensischen Flüchtlinge positiv auswirken. Umgekehrt erfordert die Bereitschaft und die Kompetenz zu aktiver sozialer Teilhabe und Mitgestaltung der eigenen Lebenswelt oftmals eine entsprechende individuelle psychosoziale Stabilität und Handlungsfähigkeit. Die beiden Ansätze verstärken sich also gegenseitig und sind somit essentieller Teil der angewandten Konfliktbearbeitungsmethode. PART, der Kurzname des Projekts in Anspielung auf PARTizipation, arbeitet mit UNRWA und weiteren Partnerorganisationen zusammen.

  • Umsetzung von Reformen in den Bereichen psychosoziale Unterstützung und soziale Teilhabe

    Das Projekt unterstützt UNWRA sowie Institutionen der Gastregierungen in ihren reformbezogenen und politischen Prozessen. Dabei sollen hauptsächlich strukturelle Rahmenbedingungen verbessert werden, damit die palästinensische Flüchtlingsgemeinschaft ihre Einflussnahme und Handlungsfähigkeit erhöhen kann. 
     
  • Befähigung junger palästinensischer Frauen und Männer zur Gestaltung ihrer Lebensbedingungen 

    Über Netzwerkplattformen und kompetente lokale Organisationen unterstützt PART die Vernetzung junger Menschen miteinander  und befähigt sie, innovative Initiativen zur Verbesserung der Lebensumstände  zu entwickeln und umzusetzen. Gleichzeitig erhalten die Institutionen der Gastregierungen intensive fachliche Beratung. Das Vorhaben begleitet diese, um die Fähigkeiten und Interessen junger palästinensischer Frauen und Männer verstärkt in Entscheidungen einzubeziehen. Dadurch erhalten Jugendliche mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten in den Camp- und Vertretungsstrukturen.
     
  • Vernetzung und Wissenstransfer von Akteuren in der Region

    PART zielt darauf ab, regionale, nationale und internationaler Akteure stärker miteinander zu vernetzen, um ihren Einfluss und Handlungsfähigkeit auf allen Ebenen zu stärken. Die strategischen Partner werden darin unterstützt, selbst Vernetzung zu betreiben und ihre Funktion als Multiplikator effektiver einzunehmen. Die Weitergabe der Kompetenzen und Wissens der verschiedenen Partner untereinander wird befördert und ihre Expertise auf internationaler Ebene eingebracht. Dazu berät das PART Team bei Strategie- und Politikprozessen und fördert zusätzlich über Finanzierungen regionales Wissensmanagement.

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