Mehr Fisch und Einkommen aus nachhaltiger Fischerei und Aquakultur

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: SEWOH Globalvorhaben Nachhaltiger Fischerei und Aquakultur
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global; Uganda, Malawi, Madagaskar, Mauretanien, Sambia
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2023

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Ausgangssituation

Bis zum Ende des Jahres 2050 wird die Weltbevölkerung voraussichtlich auf 9 Milliarden Menschen anwachsen. Die Bereitstellung von adäquater Nahrung und Nährstoffen für alle ist eine Herausforderung. Aufgrund ihrer Nährstoffe sind Fisch- und Aquakulturprodukte ein Mittel zur Bekämpfung von Unter- und Mangelernährung in einkommensschwachen und ernährungsunsicheren Ländern. Sie tragen zur Sicherung der Lebensgrundlage für Millionen von Familien bei. In den Partnerländern der EZ übersteigt die Nachfrage das Angebot an Fisch aus industrieller und handwerklicher Fischerei. Jedoch werden in der industriellen und handwerklichen Fischerei nicht nachhaltige Fangmethoden angewandt und bereits voll ausgeschöpfte Ressourcen überfischt. Bis zu 25 Prozent des gesamten Wildfangs werden zu Fischmehl und -öl verarbeitet und stehen damit dem menschlichen Konsum nicht mehr zur Verfügung. Zusätzlich führt die illegale, nicht gemeldete und unregulierte (IUU) Fischerei zur Verknappung des Fischfangs, der Fischversorgung und trägt zu wirtschaftlichen Verlusten der Länder bei. Es fehlt an entsprechenden Rahmenbedingungen, der Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, dem Zugang zu qualitativ hochwertigen Betriebsmitteln (wie z.B. Besatzfischen und Futtermittel) sowie an technischem Wissen zur nachhaltigen Produktion und Verarbeitung von Fisch, um die IUU-Fischerei einzudämmen, die Produktivität zu steigern und Nachfangverluste zu reduzieren.

Ziel

Der ernährungsunsicheren Bevölkerung stehen mehr Fischprodukte und ein höheres Einkommen aus einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Fischerei und Aquakultur zur Verfügung.

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Vorgehensweise

Das Globalvorhaben trägt zu einer gesteigerten Fischproduktion, mehr Arbeitsplätzen, einer nachhaltigen Fischerei und Aquakultur sowie zur Eindämmung der IUU-Fischerei bei.

  • „Mehr Fisch, mehr Arbeit“: Kleinst-, Klein- und mittlere Betriebe der handwerklichen Fischerei und Aquakultur werden in der nachhaltigen Produktion und Verarbeitung von Fisch beraten. Dadurch wird die Anzahl der Beschäftigten und die damit verbundenen Einkommensmöglichkeiten in der Wertschöpfungskette Fisch gesteigert. Durch die Auswahl und Einführung von innovativen Produktionsmethoden werden die Produktionskosten gesenkt und Nachfangverluste reduziert. Lokale Beratungsdienste, Trainingsanbieter und Verbände werden in einem Train-the-Trainer Ansatz geschult, um Beratungs- und Trainingsangebote bedarfsgerecht weiter zu entwickeln und langfristig anzubieten. Neben technischem Fachwissen werden auch betriebswirtschaftliche Grundlagen vermittelt. 
  • „Nachhaltiger Fisch“: Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung einer nachhaltigen und ressourcenschonenden, handwerklichen Fischerei und Aquakultur werden verbessert. Dazu erhalten die Regierungen der Partnerländer Beratung in der Entwicklung und Umsetzung von Strategien, Aktionsplänen, Bewirtschaftungsplänen und anderer Vorgaben. Empfehlungen basieren auf den international anerkannten FAO Guidelines. Dialogveranstaltungen und Trainingsmaßnahmen gewährleisten die Teilhabe betroffener Zielgruppen an der Entwicklung von Vorgaben für den Sektor und stellen deren praktische Umsetzung sicher.
  • Weniger Fisch aus illegaler, nicht gemeldeter und unregulierter (IUU) Fischerei“: Durch die Umsetzung nachhaltiger Bewirtschaftungspläne, die Einführung von Registrierungs- und Lizensierungssystemen für Fischer*innen und deren Boote sowie durch die Verstärkung von Kontrollen soll der Anteil an Fischprodukten aus IUU Fischerei reduziert werden. 

In die Umsetzung des Globalvorhabens sind die jeweiligen Fischereiministerien und ihre nachgeordneten Behörden sowie inter-/ nationale Consultingformen, Nichtregierungsorganisationen und Forschungseinrichtungen eingebunden. Zusätzlich unterstützen Entwicklungshelfer*innen den Auf- und Ausbau lokaler Beratungs- und Dienstleistungsangebote im Fischerei- und Aquakultursektor. Die Europäische Union unterstützt das Globalvorhaben mit einer Ko-Finanzierung in Höhe von 2 Mio. EUR zur Entwicklung und Umsetzung von Hygienestandards und -normen für die Produktion und Verarbeitung kleiner pelagischer Fische in Mauretanien. Zusätzlich besteht eine Kooperation mit der Nichtregierungsorganisation Stop Illegal Fishing (SIF) zur Unterstützung von Partnerländern bei der Umsetzung der FAO Hafenstaatenabkommen (Port State Measures Agreements, PSMA). Die Umsetzung findet in Ghana, Madagaskar und Mosambik statt. 

Wirkungen

  • Frauen und Männer in der Wertschöpfungskette Fisch haben ihr jährliches Einkommen gesteigert.
  • Rund 8.000 Boote wurden registriert und rund 1.500 Fischereilizenzen vergeben.
  • Bislang wurden mehr als 240 Kontrollen nach neuen Standard Operation Procedures (SOPs) durchgeführt.
  • Mehr als 5.000 Betriebe haben ihre Produktionsleistung gesteigert. 
  • 4 Länder haben 20 Maßnahmen zur Umsetzung einer nachhaltigen Fischerei und Aquakultur gemäß den FAO-Guidelines umgesetzt. Dies beinhaltet die Überarbeitung von nationalen Strategien sowie die Entwicklung von entsprechenden Umsetzungs-/ Aktionsplänen.
  • 5 Länder haben 18 Maßnahmen zur Eindämmung der IUU-Fischerei ergriffen.
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