Deutsch-Chinesisches Zentrum für Nachhaltige Entwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-Chinesisches Zentrum für Nachhaltige Entwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Volksrepublik China
Politischer Träger: Handelsministerium der Volksrepublik China
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

CSD

Ausgangssituation

Deutschland und China verbindet eine vier Jahrzehnte währende erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit. Gleichzeitig leistet China seit Jahrzehnten Hilfe für Entwicklungsländer. In den letzten Jahren haben beide Länder potenzielle Synergien zwischen der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands und der Entwicklungshilfe und Süd-Süd-Kooperation Chinas erkannt. Als gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Handelsministeriums der Volksrepublik China (MofCom) wurde am 11. Mai 2017 das Deutsch-Chinesische Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (ZNE) eröffnet.

Mit der Gründung des ZNE wird ein neues Kapitel in der Entwicklungspartnerschaft zwischen China und Deutschland aufgeschlagen. Gleichzeitig ist es ein konkreter Versuch, die in den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verankerte Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit Leben zu erfüllen. Als strategische Partner bündeln die beiden Länder ihre internationalen Anstrengungen zum Aufbau einer inklusiven, nachhaltigen und belastbaren Zukunft gemeinsam mit Entwicklungsländern. 

Ziel

China und Deutschland haben ihre internationalen Anstrengungen zum Aufbau einer inklusiven, nachhaltigen und belastbaren Zukunft für die Menschheit und den Planeten gebündelt.

Vorgehensweise

Das ZNE erkundet neue und innovative Wege der internationalen Zusammenarbeit zwischen China, Deutschland und Drittländern. Es liefert methodische und fachliche Beiträge zum deutsch-chinesischen Dialog über die Entwicklungszusammenarbeit. Es initiiert, begleitet und evaluiert Dreieckskooperationen zwischen Deutschland, China und anderen Ländern, vor allem in Afrika und Asien. Außerdem bemüht sich das ZNE aktiv um Partnerschaften mit deutschen und chinesischen Unternehmen, um nachhaltige Entwicklung in Drittländern zu fördern.

Durchführungspartner des ZNE sind das Trade Development Bureau (TDB) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unter der gemeinsamen politischen Verantwortung des BMZ und des MofCom.

Das Zentrum bemüht sich aktiv um Kooperationspartner und ist offen für die Bildung von Allianzen und die Zusammenarbeit mit Regierungen, Think-Tanks, Industrie und Wirtschaft sowie allen anderen Organisationen, die daran interessiert sind, gemeinsam an diesen Zielen zu arbeiten.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit des Zentrums besteht darin, einen Erfahrungsaustausch über Entwicklungspolitik, Projektdurchführung, Instrumente, Mechanismen und Methoden zu ermöglichen.

Wirkungen

Seit seiner Gründung 2017 hat das ZNE sein Ziel, den deutsch-chinesischen Dialog zur Entwicklungszusammenarbeit zu unterstützen, erfolgreich verfolgt. Im Rahmen der deutsch-chinesischen Kommission für Entwicklungszusammenarbeit hat es die auf der Durchführungsebene gewonnenen Erkenntnisse in den politischen Dialog zwischen BMZ und MofCom eingebracht. Außerdem hat es den Beginn eines vertiefenden Austauschs über Politik, Vorschriften und Planung der Auslandshilfe mit der China International Development Cooperation Agency (CIDCA) ermöglicht. Über seine deutsch-chinesischen Foren für nachhaltige Entwicklung hat das ZNE zu einem besseren Verständnis unterschiedlicher Ansätze der Entwicklungszusammenarbeit beigetragen und Möglichkeiten für Dreieckskooperationen aufgezeigt.

Drei Projekte der Dreieckskooperation wurden bereits offiziell gebilligt: Im Rahmen des Berufsbildungsprojekts „Technical vocational education and training for rural jobs in Laos“ haben laotische Lehrkräfte ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der ländlichen Berufe auf der Grundlage von Ansätzen der dualen Berufsausbildung in Deutschland und China erweitern können. Im Juli 2020 lief das Projekt für nachhaltige Textilwirtschaft „Sustainable Textile Investment and Operation“ als Kooperation zwischen Äthiopien, China und Deutschland an. Sein Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit chinesischen Investor*innen und äthiopischen Zulieferbetrieben die Umwelt-, Sozial- und Arbeitsstandards in der äthiopischen Textilbranche zu verbessern. Im November 2020 nahm das Projekt zum Management von Schutzgebieten in Afrika „Fair and Effective Protected Area Management for Sustainable Development in Africa“ die Arbeit auf. Namibia und Sambia arbeiten mit China und Deutschland zusammen, um die Qualität ihres Schutzgebietsmanagements zu verbessern.

Das ZNE hat sein Mandat genutzt, um sich aktiv um Partnerschaften mit deutschen und chinesischen Unternehmen zu bemühen, verantwortungsvolles Geschäftsverhalten zu fördern, die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards für im Ausland tätige Unternehmen zu unterstützen und Geschäftsaktivitäten mit Ansätzen der Entwicklungszusammenarbeit zu verknüpfen. Im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit chinesischen Wirtschaftsverbänden hat das ZNE an der Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsleitfäden für chinesische Unternehmen im Ausland in den Bereichen Infrastruktur, Textil und Bergbau mitgewirkt.

Stand: Februar 2021

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