Förderung der Privatwirtschaft – Investitionen und Jobs für neue Perspektiven

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Privatsektorentwicklung und Beschäftigungsförderung / Entwicklungsorientierte (Re-)Integration der irakischen Jugend
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Irak
Politischer Träger: Büro des stellvertretenden Premierministers für Wirtschaftsangelegenheiten (Deputy Prime Minister’s Office for Economic Affairs), Büro des Premierministers (Prime Minister’s Office) und Planungsministerium (Ministry of Planning)
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Mann durchtrennt mit einer Schere Blech, im Hintergrund ist eine Unterhaltung und eine GIZ-Fahne auf einer Baustelle

Ausgangssituation

Die Nachwirkungen des Krieges stellen den Irak vor große Herausforderungen. In weiten Teilen des Landes ist die Infrastruktur in Mitleidenschaft gezogen. Die Verwaltung ist noch nicht wiederaufgebaut. Gleichzeitig steht das Land vor dem Wandel von einer ehemals staatssozialistischen hin zu einer marktorientierten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. 

Die öffentliche Hand ist stark subventioniert und der größte Arbeitgeber im Land. Fernab des Öls schafft die Privatwirtschaft bislang kaum Arbeitsplätze und kann wenig zur Wirtschaftsleistung des Iraks beitragen. Die Konflikte der vergangenen Jahre haben zusätzliche Spuren im Bildungssystem hinterlassen. Das Angebot und die Qualität beruflicher Aus- und Weiterbildung entsprechen nicht den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Das erschwert vor allem Jugendlichen den Einstieg in das Berufsleben. Die Arbeitslosenquote ist bei jungen Menschen besonders hoch und wird durch ein anhaltend massives Bevölkerungswachstum noch verstärkt. Diese Lage verschärft sich durch die große Anzahl rückkehrender Geflüchteter, Binnenvertriebener und Migrant*innen. Auch diese Menschen benötigen wirtschaftliche Perspektiven. 

Ziel

Die irakische Regierung fördert die Privatwirtschaft mit innovativen, marktangepassten Strategien und Maßnahmen. Junge Menschen im Irak haben Zugang zum Arbeitsmarkt und können sich ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen. 

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die irakische Regierung dabei, Wirtschaftsreformen zu entwickeln und Investitionsanreize zu schaffen. Es steht in engem Austausch mit politischen Partnern, zivilgesellschaftlichen Gruppen und der Privatwirtschaft. 

Grundlegend für die Reformen sind neustrukturierte Prozesse für die Politikentwicklung und empirische Daten, die unter anderem Wirtschaftsforschungsnetzwerke zur Verfügung stellen. Dadurch kann die Regierung wirtschaftspolitische Entscheidungen treffen, die auf Fakten basieren. Ziel ist es, die Regulierungen für Investitionen zu vereinfachen, transparenter zu gestalten und dadurch vor Korruption zu schützen. Um den Ausbau der Privatwirtschaft zu fördern, sind Unternehmensgründungen nötig. Das Projekt unterstützt die irakische Regierung dabei, eine Vereinfachung von Regularien umzusetzen und Gründer*innen einen Zugang zu Finanzmitteln zu schaffen. In Zusammenarbeit mit Universitäten führt das Projekt Gründerwettbewerbe durch, bei denen Studierende Unterstützung für die ersten Schritte als Gründer*in erhalten.

Das Vorhaben arbeitet außerdem mit Ausbildungseinrichtungen zusammen, um arbeitsmarktorientierte Qualifizierungsangebote zu entwickeln. Weiterbildungen und die Vermittlung von Praktika und Jobs werden kombiniert, um jungen Menschen den Einstieg auf dem Arbeitsmarkt zu erleichtern. Frauen und Rückkehrer*innen bilden dabei einen besonderen Schwerpunkt. Bei der Entwicklung und Umsetzung der Schulungsangebote arbeitet das Projekt zum Teil auch mit internationalen Unternehmen zusammen. Dadurch sollen Trainingsinhalte optimal auf die Bedarfe der Arbeitgeber*innen abgestimmt werden und Teilnehmer*innen gezielt auf ihre Tätigkeiten vorbereitet werden.

Damit mehr Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft entstehen, arbeitet das Projekt eng mit lokalen Kammern und Industrieverbänden zusammen. Gemeinsam werden Beratungsleistungen zu Themen wie Buchführung, Marketing und Darlehensverwaltung entwickelt, die sich gezielt an kleine und mittelständische Firmen richten. Durch die Beratungen können Unternehmen ihre Geschäftstätigkeiten verbessern und ausweiten, um dadurch  neue Arbeitsplätze zu schaffen. In Branchen mit einem besonders starken Wachstumspotenzial unterstützt das Projekt Unternehmen bei der Markteinführung innovativer Produkte und Dienstleistungen. Das betrifft beispielsweise die Solarenergie oder die Abfallaufbereitung. Dadurch erschließen die Unternehmen neue Geschäftsfelder und gleichzeitig entstehen neue Jobs in den entsprechenden Bereichen.

Wirkung

  • Es sind fast 1.000 neue Jobs entstanden.
  • Mehr als 8.000 Jugendliche und Rückkehrer*innen wurden beim Einstieg in den Arbeitsmarkt gefördert. Sie haben zum Beispiel berufliche Qualifizierung oder Fortbildung erhalten, wurden in Praktika vermittelt oder bei Existenzgründungen unterstützt. 
  • Mehr als 800 Studierende haben an Gründungswettbewerben teilgenommen. Außerdem haben 850 junge Menschen das Beratungsangebot zur Gründung eines Unternehmens genutzt. Davon waren mehr als 40 Prozent Frauen.
  • Die Industriekammer in Basra hat ein Unternehmensnetzwerk mit 70 Gründer*innen aus der Solarbranche aufgebaut. Die erfolgversprechendsten Unternehmen erhalten mit Unterstützung des Vorhabens gezielte technische und betriebswirtschaftliche Trainings. Das fördert ihr weiteres Wachstum.
     

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