Förderung klimafreundlicher Kochtechnik in Kenia und im Senegal

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung klimafreundlicher Kochtechnik in Kenia und im Senegal
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Finanzier: Green Climate Fund (GCF), BMZ und verschiedene Projektpartner, darunter mehrere kenianische Ministerien sowie mehrere senegalesische Ministerien
Land: Kenia und Senegal
Politischer Träger: Kenia Energieministerium, die niederländische Organisation für Entwicklungszusammenarbeit SNV, Senegal: ENDA Energie, Enda ECOPOP, CONCEPT
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2024

Ausgangssituation

Der weltweite Energiebedarf wird zu etwa 15 Prozent durch klassische Biomasse gedeckt, mit der rund 2,5 Milliarden Menschen tagtäglich ihre Mahlzeiten zubereiten. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) schätzt, dass der weltweite Treibhausgasausstoß durch den Einsatz von verbesserten Kochherden anstelle von offenen Feuerstellen um 0,6 bis 2,4 Gigatonnen CO2-Äquivalent pro Jahr gesenkt werden kann; gleichzeitig bietet diese Weiterentwicklung in der Kochtechnik zahlreiche Chancen für eine nachhaltige Entwicklung.

Ziel

Das Projekt fördert das Wachstum der Hersteller von verbesserten Kochstellen sowie eine irreversible Weiterentwicklung des Marktes. Dabei soll die Zahl der verbesserten Kochherde – insbesondere in abgelegenen ländlichen Gebieten – deutlich erhöht werden. Dadurch haben die beiden Projektländer (Kenia und der Senegal) die Möglichkeit, deutliche Fortschritte bei der Erreichung ihrer nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs) zu erreichen.

Vorgehensweise

Das Projekt beginnt in Kenia und Senegal und hat das Ziel, in diesen Ländern beispielhaft einen Markt für klimafreundliche Kochherde aufzubauen. Dadurch soll das Wissen, inwiefern die Einführung von klimafreundlicher Kochtechnik die nationalen Klimaschutzbeiträge fördert, weltweit verbreitet werden. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Zahl der Nutzer*innen von klimafreundlichen Kochherden in den ländlichen Regionen und unter den Bevölkerungsteilen, deren Situation besonders prekär ist, deutlich zu erhöhen. Insgesamt sollen 11,23 Millionen Menschen und 1,91 Millionen überwiegend ländliche Haushalte direkt von dem Projekt profitieren, darunter 610.000 von Frauen geführte Haushalte und 5,57 Millionen Kinder.

Im Vergleich zur Ausgangssituation dürfte der Verbrauch von nicht erneuerbarer Biomasse für die Zubereitung von Mahlzeiten deutlich sinken. Dadurch ist während der Projektlaufzeit ein Rückgang des Treibhausgasausstoßes um 6,47 Megatonnen CO2-Äquivalent und bis 2030 eine weitere Verringerung um 24,77 Megatonnen CO2-Äquivalent zu erwarten. Damit können der Senegal und Kenia die jeweils erklärten nationalen Klimaschutzbeiträge im Energiesektor erreichen.

Das Projekt wird vom Green Climate Fund (GCF), dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), dem kenianischen Energieministerium und dem kenianischen Gesundheitsministerium sowie dem senegalesischen Erdöl- und Energieministerium und dem senegalesischen Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung gemeinsam finanziert. Das Vorhaben soll eine Umstrukturierung des Marktes für die Herstellung von klimafreundlichen Kochherden bewirken. Dieser ist zurzeit noch von einer großen Anzahl an kleinen Handwerksbetrieben mit unzureichender Kapitalausstattung geprägt, die vielfach der informellen Wirtschaft zuzurechnen sind. Angestrebt wird dagegen die Entstehung von leistungsfähigen Herstellern, die über eine solide technologische Basis und ausreichende betriebswirtschaftliche Kapazitäten verfügen, Zugang zu Kapital haben und in der Lage sind, eine größere Zahl von Verbraucher*innen, insbesondere in abgelegenen ländlichen Gebieten, mit qualitativ besserer Kochtechnik auszustatten.

Das Projekt leistet seinen Beitrag zur Entwicklung des Marktes für klimafreundliche Kochtechnik durch a) eine Professionalisierung der Produktion von klimafreundlichen Kochherden, die Erweiterung der Vertriebs- und Einzelhandelsstrukturen und die Förderung des Zugangs zu marktwirtschaftlichen Finanzierungslösungen (angebotsseitige Maßnahmen) und b) die Sensibilisierung der Verbraucher*innen und die Schaffung eines günstigen Marktumfelds (nachfrageseitige Maßnahmen).

Das Projekt sieht zwei Outputs auf nationaler Ebene und einen übergeordneten Output vor: 
Output 1: Zügige Entwicklung eines Marktes für klimafreundliche Kochherde in Kenia
Output 2: Zügige Entwicklung eines Marktes für klimafreundliche Kochherde im Senegal
Output 3: Wissensaustausch über klimafreundliche Kochtechnik und deren Beitrag zu den nationalen Klimaschutzbeiträgen zwischen relevanten Ländern

Kenya firewood stove by GIZ

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